Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom führt 2026 erstmals Eintrittsgeld für Besucher ein
Kölner Dom führt ab zweiter Jahreshälfte 2026 Eintrittsgeld ein
Ab der zweiten Hälfte des Jahres 2026 wird der Kölner Dom von Besuchern ein Eintrittsgeld verlangen. Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund steigender Instandhaltungskosten und schrumpfender finanzieller Rücklagen des historischen Bauwerks. Die genauen Preise für den Eintritt stehen jedoch noch nicht fest.
Die weltberühmte Kathedrale, eine der bekanntesten katholischen Kirchen überhaupt, zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Sie beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige und ist damit ein wichtiger Pilgerort sowie ein Magnet für Touristen. Doch die tägliche Unterhaltung des Doms verschlingt mittlerweile 23.200 Euro – ein Grund, warum die Verantwortlichen nach neuen Einnahmequellen suchen.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, äußerte scharfe Kritik an den Plänen. Sie bezeichnete das geplante Eintrittsgeld als "sehr problematisch" und warnte davor, dass dadurch der Zugang vor allem wohlhabenderen Besuchern vorbehalten bleiben könnte. Zwar erkannte sie den Bedarf nach zusätzlichen Einnahmen an, betonte jedoch, dass eine Eintrittsgebühr die traditionelle Rolle des Doms als offener Ort in der Stadt schwächen könnte.
Schock-Werner zeigte sich zudem besorgt über die weiteren Folgen: Ein Eintrittsgeld könnte Besucher abschrecken und das bisher offene, einladende Wesen der Kathedrale verändern. Sie plädierte dafür, zunächst alternative Lösungen zu prüfen, bevor man zu Eintrittsgeldern greift.
Die Einführung der Gebühr ist für das späte Jahr 2026 vorgesehen, die genaue Höhe steht jedoch noch nicht fest. Die Verantwortlichen hoffen, damit die finanzielle Belastung für die Erhaltung des Doms zu verringern. Der Schritt markiert einen deutlichen Wandel für einen Ort, der seit Langem für seinen kostenlosen öffentlichen Zugang bekannt ist.