Kölner Karnevalstraditionen: Wie die Stadtmauer zum Herzstück der Jecken wurde
Jacqueline RöhrdanzKölner Karnevalstraditionen: Wie die Stadtmauer zum Herzstück der Jecken wurde
Bereit für die fünfte Jahreszeit
Vorfreude auf den 11.11. – doch in den Gebäuden der Kölner Stadtmauer ist eigentlich immer Karneval. Denn hier haben die Karnevalsvereine der Stadt ihren Sitz.
Cölner Karnevalstraditionen sind tief in der mittelalterlichen Vergangenheit der Stadt verwurzelt. Historische Stadttore und Türme, einst Teil der Stadtbefestigung, beherbergen heute zentrale Karnevalsgesellschaften. Diese Gebäude, von den Vereinen selbst erhalten, sind nicht nur Wahrzeichen, sondern auch lebendige Zentren für ganzjährige Nachrichten aktuell.
Die Blauen Funken und die Roten Funken, zwei der ältesten Karnevalsgesellschaften Kölns, prägen seit jeher die Stadtgeschichte. Die Blauen Funken, die sich 1870 von den Roten Funken abspalteten, sicherten sich die Spitzenposition im berühmten Rosenmontagszug – und führen ihn seitdem unangefochten an. Die Roten Funken hingegen gehen auf die Soldaten des 17. bis 19. Jahrhunderts zurück und tanzen während der Karnevalssitzungen traditionelle Tänze wie den Stippeföttche.
Durch Erbbaurechte und behutsame Restaurierung haben die Karnevalsvereine Teile der mittelalterlichen Stadtmauer vor dem Verfall bewahrt. Ihr Engagement hält die Geschichte lebendig und sorgt dafür, dass die Traditionen der Stadt strahlen. Die Türme und Tore, heute erfüllt von Musik, Tanz und Feierlaune, sind nicht nur Denkmäler, sondern schlagende Herzen des Karnevals.
