Kontrollierte Sprengung im Kraftwerk Ibbenbüren: Schornstein und Entschwefelungsanlagen stürzen ein
Milan SüßebierKontrollierte Sprengung im Kraftwerk Ibbenbüren: Schornstein und Entschwefelungsanlagen stürzen ein
Am 22. Februar steht im Kraftwerk Ibbenbüren die nächste große Sprengung an. Diesmal werden der Schornstein und die Entschwefelungsanlagen durch eine kontrollierte Detonation zu Boden gehen. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) plant, das Ereignis live zu übertragen, während die Vorbereitungen der Crews in die finale Phase gehen.
Die Abrissarbeiten auf dem Gelände laufen bereits seit 2023 unter der Leitung des Unternehmens Hagedorn. Bereits im April 2025 waren der Kühlturm und das Kesselhaus abgerissen worden. Die aktuelle Phase hatte sich aufgrund von Sicherheitsbedenken mehrfach verzögert, wodurch der Zeitplan immer wieder verschoben werden musste.
Derweil zerschneiden Schweißer große Stahlteile in kleinere Stücke, die dem Recycling zugeführt werden. Der Beton des alten Kühlturms wird hingegen wiederverwendet, um ein Aufprallbett für den Fall des Schornsteins zu schaffen. Nach Abschluss der Sprengung übernimmt der Netzbetreiber Amprion das Gelände. Das Unternehmen hatte die Fläche 2023 von RWE Generation erworben und verfolgt ehrgeizige Pläne: Eine riesige Umrichterstation soll dort entstehen, um Windenergie aus der Nordsee in nutzbaren Haushaltsstrom umzuwandeln. Als Teil des Offshore-HGÜ-Systems BalWin2 wird die Station voraussichtlich bis 2030 eine Leistung von 2.000 Megawatt bewältigen.
Die Sprengung markiert einen weiteren Schritt beim Rückbau des alten Kraftwerks. Im Anschluss beginnt Amprion mit dem Bau der neuen Schaltanlage, die Offshore-Windparks ans Netz anbinden soll. Das Projekt zielt darauf ab, die Kapazitäten für erneuerbare Energien in der Region bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich auszubauen.
