Kühlturm von Frimmersdorf fällt – aus Kohlekraftwerk wird Digital-Hub
Milan SüßebierRaum für das Neue: Kühlturm des Braunkohlekraftwerks explodiert - Kühlturm von Frimmersdorf fällt – aus Kohlekraftwerk wird Digital-Hub
Ein 117 Meter hoher Kühlturm des ehemaligen Kraftwerks Frimmersdorf wurde mit einer kontrollierten Sprengung zum Einsturz gebracht. Das Bauwerk gehörte zum Block Q, einer Einheit, die 2021 endgültig stillgelegt wurde und lokal den Spitznamen 'Die Quelle' trug.
Die Sprengung markiert den jüngsten Schritt beim Rückbau des nördlichen Bereichs des Kraftwerks, zu dem auch die Blöcke P und Q zählen. Bis Mitte 2028 sollen dort alle verbleibenden Anlagen abgerissen sein.
Das 70 Hektar große Gelände wird zu einem Digital- und Innovationshub für Industrie, Handel und Dienstleistungen umgestaltet. Im alten Zentralkraftwerksgebäude ist ein Rechenzentrum für die Landes-IT-Behörde IT.NRW geplant. Daneben soll ein Bildungs- und Innovationscampus mit Schwerpunkt IT-Sicherheit für die öffentliche Verwaltung einen Teil der Fläche nutzen.
Besucher werden zudem einem historischen Rundweg folgen können, der die Reise der Braunkohle von der Anlieferung bis zur Stromerzeugung nachzeichnet. Bis Februar 2026 waren jedoch neben dem Digital-Hub und dem IT-Campus keine weiteren industriellen oder gewerblichen Projekte für das Gelände offiziell angekündigt worden.
Die Umwandlung von Frimmersdorf ist Teil des größeren Strukturwandels in Deutschland, der den Ausstieg aus dem Braunkohleabbau im Rheinland vorantreibt. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Gelände digitale Infrastruktur sowie Bildungseinrichtungen für IT-Sicherheitsschulungen beherbergen.
