Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit Basma al-Sharif fest
Rolf-Peter ScheelPalästinensischer Künstler tritt nicht an der Akademie auf - Kunstakademie Düsseldorf hält an umstrittener Veranstaltung mit Basma al-Sharif fest
Geplante Veranstaltung an der Düsseldorfer Kunstakademie mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif löst Kontroverse aus
Mehrere jüdische Organisationen haben die Absage einer geplanten Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif an der Kunstakademie Düsseldorf gefordert – mit Verweis auf deren Aktivitäten in sozialen Medien. Die Akademie lehnt eine Absage jedoch ab und betont, dass künstlerische Freiheit eine offene Auseinandersetzung mit dem Werk von Künstler:innen erfordere.
Die Forderung nach Streichung der für den 21. Januar 2026 vorgesehenen Veranstaltung kommt von verschiedenen Gruppen, darunter das Jüdische Forum der CDU NRW, das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender (NJH) und die WerteInitiative – jüdisch-deutsche Positionen. Diese Organisationen werfen al-Sharif vor, in ihren Beiträgen Terrorismus zu verherrlichen, Bezug auf die von der EU als terroristisch eingestufte PFLP zu nehmen und durch die Infragestellung des Existenzrechts Israels antisemitische Positionen zu verbreiten. Auch das Netzwerk jüdischer Wissenschaftler:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Jüdische Gemeinde Düsseldorf unterstützen die Forderung nach Absage.
Die Kunstakademie erklärte daraufhin, dass Antisemitismus, Gewaltverherrlichung und die Leugnung von Israels Existenzrecht an der Institution keinen Platz hätten. Dennoch halte man an der Veranstaltung fest – unter der Bedingung, dass sie von Studierenden moderiert werde und in einen erklärenden Kontext eingebettet sei. Mit den organisierenden Studierenden seien entsprechende Absprachen getroffen worden.
Die Akademie lässt die Veranstaltung damit wie geplant stattfinden, allerdings mit zusätzlicher Begleitung. Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und der Sorge vor Hassrede. Während jüdische Gruppen weiterhin gegen die Durchführung protestieren, pocht die Institution darauf, den Diskurs mit klaren Grenzen gegen Extremismus in Einklang zu bringen.
