30 March 2026, 08:38

Lohnstreik im Duisburger Hafen: Arbeiter kämpfen um faire Bezahlung und Tarifvertrag

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund, mit Text 'Was unser freier Handel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit.'

Lohnstreik im Duisburger Hafen: Arbeiter kämpfen um faire Bezahlung und Tarifvertrag

Lohnstreit bei Duisburger Hafen AG: Arbeiter fordern faire Bezahlung und Tarifvertrag

Bei der Duisburger Hafen AG ist ein erbitterter Lohnkonflikt entbrannt: Die Belegschaft verlangt höhere Löhne und die Einführung eines Tarifvertrags. Vorstandschef Markus Bangen hat die Forderungen der Gewerkschaft Verdi jedoch kategorisch zurückgewiesen – zur wachsenden Verärgerung der Beschäftigten, die sich über niedrige Gehälter und prekäre Arbeitsbedingungen beklagen.

Laut einer aktuellen Umfrage unterstützen laut Verdi 95 Prozent der Mitarbeiter den Kampf für bessere Bedingungen. Die Arbeiter am Duisburger Hafen kritisieren vor allem, dass ihre Löhne im Vergleich zu anderen deutschen Häfen wie Wilhelmshaven deutlich niedriger ausfallen. Viele monieren zudem das Fehlen einer Weihnachtsgeldzahlung sowie intransparente und uneinheitliche Gehaltsstrukturen je nach Tätigkeit. Kurzfristige Schichtänderungen und die schwache Vertretung durch den Betriebsrat verschärfen die Unzufriedenheit zusätzlich.

Das Unternehmen befindet sich mehrheitlich in öffentlicher Hand: Zwei Drittel gehören dem Land Nordrhein-Westfalen, ein Drittel der Stadt Duisburg. Dennoch weigern sich sowohl die Landesregierung als auch die kommunalen Verantwortlichen, in den Konflikt einzugreifen. Auch Oberbürgermeister Sören Link, der als möglicher Kandidat für den SPD-Vorsitz gehandelt wird, hat sich bisher nicht hinter die Forderung der Belegschaft nach einem Tarifvertrag gestellt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der linke Bundestagsabgeordnete Mahmut Mirze Edis fordert unterdessen Druck auf den Aufsichtsrat und ruft Landes- sowie Stadtvertreter zum Handeln auf. SPD-Chefin Bärbel Bas betonte zwar öffentlich die Bedeutung der Tarifautonomie in Deutschland – doch ihre Haltung hat die Pattsituation in Duisburg bisher nicht aufbrechen können.

Die Verhandlungen zwischen Verdi und der Unternehmensführung sind festgefahren: CEO Bangen lehnt jeden Tarifvertrag weiterhin ab. Die Gewerkschaft argumentiert, dass die Beschäftigten ohne kollektive Regelungen weiterhin Rechtsunsicherheit und Benachteiligungen im Vergleich zu anderen Branchen ausgesetzt seien.

Die Arbeiter der Duisburger Hafen AG stehen damit vorerst ohne konkrete Lösungen da. Ohne Eingreifen der Eigentümer oder lokaler Politiker hängt alles davon ab, ob Verdi die Unternehmensführung zu weiteren Gesprächen zwingen kann. Bis dahin kämpft die Belegschaft weiter – mit wachsender Wut über Löhne und Arbeitsbedingungen.

Quelle