Lünens Kämmerer warnt vor finanzieller Überlastung durch Integrationskosten
Rolf-Peter ScheelLünens Kämmerer warnt vor finanzieller Überlastung durch Integrationskosten
Dr. André Jethon, der Kämmerer der Stadt Lünen, sagte am 28. Mai 2026 vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen aus. Er wies auf die wachsende finanzielle Belastung der Kommunen durch die Kosten für Integrationshilfen hin. Seine Aussagen fielen während einer gemeinsamen Anhörung zweier Landtagsausschüsse.
Jethon betonte, dass die Kommunen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 rund 7,5 Milliarden Euro für Integrationsleistungen aufgewandt hätten. Fast die gesamte Summe sei von den Städten und Gemeinden getragen worden, was ihre Haushalte unzumutbar belaste. Er bezeichnete das aktuelle Finanzierungssystem als veraltet und strukturell mangelhaft.
Er kritisierte das Antragsverfahren für Integrationshilfen als übermäßig kompliziert und arbeitsintensiv. Die Bürokratie binde seiner Meinung nach zu viel Zeit und Personal. Zugleich lehnte Jethon Forderungen nach einer Bundesbeteiligung ab: Bundesmittel seien für diesen Zweck nicht vorgesehen und würden anders verteilt.
Stattdessen forderte er die Landesregierung auf, einen größeren, dynamisch angepassten Anteil der Kosten zu übernehmen. Er unterstützte den SPD-Vorschlag für eine stärkere Landesfinanzierung und vereinfachte Verfahren. Zudem plädierte Jethon für eine sachlichere Effizienzdebatte, die frei von emotionalen Argumenten geführt werde.
Zum Abschluss der Anhörung drängte Jethon auf sofortige finanzielle Entlastung für die Kommunen. Ohne Reformen, so seine Warnung, blieben die kommunalen Haushalte weiter massiv unter Druck. Seine Aussage unterstrich die Notwendigkeit einer gerechteren Verteilung der Integrationskosten zwischen den staatlichen Ebenen.






