Machtkampf um Betriebsratswahl bei Malta Air in Köln eskaliert vor Gericht
Rolf-Peter ScheelMachtkampf um Betriebsratswahl bei Malta Air in Köln eskaliert vor Gericht
Rechtsstreit um Betriebsratswahlen am Malteser Standort Köln spitzt sich zu
Der juristische Konflikt um die Wahl eines Betriebsrats bei Malta Air in Köln hat sich zugespitzt. Die Gewerkschaft Verdi wirft der Fluggesellschaft vor, den Prozess gezielt zu blockieren, während sich die Beschäftigten seit über zwei Jahren für eine Interessenvertretung einsetzen. Eine entscheidende Verhandlung im September könnte nun das weitere Vorgehen klären.
Seit zweieinhalb Jahren kämpfen die Mitarbeiter in Köln um die Einrichtung eines Betriebsrats. Ihre Bemühungen stoßen jedoch immer wieder auf Hindernisse, da sich Malta Air weigert, zu kooperieren. Erst kürzlich erwirkte die Airline beim Arbeitsgericht Köln eine vorläufige Verfügung, die es ihr erlaubt, die für die Wahl benötigten Mitarbeiterlisten vorzuenthalten.
Verdi wirft dem Unternehmen vor, systematisch die Bildung von Betriebsräten an Ryanair-Standorten zu verhindern. Als Beleg verweist die Gewerkschaft auf juristische Drohungen gegen Mitglieder des Wahlvorstands. Details zur Zusammensetzung des Gremiums, einschließlich des Namens des Vorsitzenden, wurden bisher nicht öffentlich gemacht.
Die einstweilige Verfügung hat das Verfahren weiter verzögert, doch Verdi gibt sich kämpferisch. Die Hauptverhandlung im September wird zeigen, ob Malta Air die Wahlvoraussetzungen erfüllen muss. Die Gewerkschaft betont, dass eine Reform des deutschen Betriebsverfassungsgesetzes dringend notwendig sei, um solche Konflikte künftig zu vermeiden.
Die September-Verhandlung wird für die Beschäftigten, die nach Vertretung streben, richtungsweisend sein. Falls das Gericht gegen Malta Air entscheidet, könnte die Wahl mit vollem Zugriff auf die Personalakten stattfinden. Ohne ein Eingreifen der Justiz warnt Verdi vor ähnlichen Auseinandersetzungen an anderen Ryanair-Standorten.
