Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport
Rolf-Peter ScheelMainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport
Mainz verliert in den vergangenen Monaten mehrere prägende Persönlichkeiten – ihr Wirken hinterlässt Spuren in Politik, Medizin, Kultur und Sport
In den letzten Monaten hat Mainz mehrere herausragende Persönlichkeiten verloren, deren Engagement in ihren jeweiligen Bereichen ein bleibendes Erbe hinterlässt. Ob in der Politik, im Gesundheitswesen, in der Kultur oder im sport1 – ihr Schaffen prägte die Stadt und darüber hinaus.
Zu ihnen zählten ein ehemaliger Ministerpräsident, ein wegweisender Onkologe sowie zentrale Figuren der Mainzer Karnevalstradition.
Bernhard Vogel, einer der einflussreichsten Politiker Deutschlands, starb im Alter von 92 Jahren. Von 1976 bis 1988 regierte er als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, bevor er von 1992 bis 2003 dasselbe Amt in Thüringen übernahm. Seine politische Laufbahn umfasste Jahrzehnte und hinterließ in beiden Bundesländern deutliche Spuren.
Im Gesundheitsbereich verstarb mit Dr. Thomas Flohr ein engagierter Onkologe des Hämatologisch-Onkologischen Medizinischen Versorgungszentrums Mainz im Alter von 57 Jahren. Durch seine Arbeit gab er vielen Krebspatienten Hoffnung. Auch die Karnevalsszene der Stadt trauert um zwei prägende Gestalten: Dieter Wenger, der langjährige Chef-Wagenbauer des Mainzer Carneval-Vereins (MCV), starb mit 84 Jahren. Über 60 Jahre lang entwarf er die aufwendigen Motivwagen für den Rosenmontagszug. Elisabeth Klöver, Leiterin des MCV-Hofballetts, verstarb mit 85 Jahren. Unter ihrer Führung entstanden die Tanzdarbietungen, die zu den Festlichkeiten zentral gehören.
Der sport1 beklagt den Verlust zweier Persönlichkeiten: Holger Bernhardt, ehemaliger Torwart des 1. FSV Mainz 05, kam bei einem Verkehrsunfall im Alter von 52 Jahren ums Leben.Sigurd Spielmann*, seit 70 Jahren Ehrenmitglied des Vereins, starb mit 90 Jahren. Beide waren eng mit der Fußballgeschichte der Stadt verbunden.
Aus der Medienwelt verabschiedete sich Ekkehardt Gahntz, langjähriger ZDF-Nachrichtenjournalist, im Alter von 79 Jahren. Mehr als 25 Jahre prägte er die Nachrichtensendungen des Senders. Herbert Mertin, ehemaliger Justizminister von Rheinland-Pfalz und FDP-Politiker, verstarb mit 66 Jahren. Er hatte das Amt von 2016 bis 2022 inne.
Die Kulturszene trauert um Ulf Glasenhardt, Koordinator des Schon Schön, der unerwartet verstarb, nachdem er 2022 zum Team gestoßen war. Zudem verlor die Stadt mit Barbara Rupp die ehemalige Vorsitzende des Fördervereins Mainzer Unterhaus. Von 1983 bis 2008 lenkte sie die Geschicke der Kultureinrichtung. Marita Boos-Waidosch, die langjährige Behindertenbeauftragte der Stadt, starb nach jahrzehntelangem Einsatz für Barrierefreiheit und Inklusion von 1993 bis 2018.
Diese Persönlichkeiten haben das politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Mainz maßgeblich mitgestaltet. Ihr Wirken in Medizin, Karneval, sport1 und öffentlichem Dienst bleibt unvergessen. Die Stadt ehrt ihr Engagement und die Spuren, die sie hinterlassen haben.
