26 January 2026, 04:46

Mainzer Faschingsauftakt 2023: Strengere Regeln und wütende Jecken

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer belebten KarnevalsSzene mit Zelten, Menschen, Karren und Gebäuden im Hintergrund, beschriftet mit "Barnet Fair, London, England".

Mainzer Faschingsauftakt 2023: Strengere Regeln und wütende Jecken

Tausende Karnevalsfans strömten am Samstag auf den Schillerplatz in Mainz, um die Faschingsaison zu eröffnen. Die Feierlichkeiten begannen pünktlich um 11:11 Uhr am 11. November und lockten rund 9.000 Jecken an. Doch in diesem Jahr gab es strengere Kontrollen – und nicht wenig Kritik.

Der Mainzer Carneval-Verein (MCV) führte ein Ticket-System ein und begrenzte die Besucherzahl auf 9.000 Personen, begründet mit steigenden Sicherheitskosten. Die Beschränkungen sowie der eingeschränkte Zugang zum Balkon des Osteiner Hofs für Journalisten sorgten für Verärgerung unter den Gästen. Ein Demonstrant rief „Fastnacht für alle!“ in die Menge, während die Polizei mit sichtbarer, aber gelassener Präsenz die Ordnung wahrte.

Bürgermeister Nino Haase eröffnete die Feier und mahnte in Zeiten globaler Konflikte zum Frieden. Anschließend betraten die Mainzer Hofsänger die Bühne und stimmten die Zuschauer auf ihr bevorstehendes 100-jähriges Jubiläum ein. Währenddessen verschwand die traditionelle Uhr am Schillerplatz hinter einer riesigen Countdown-Leinwand, und die berühmten Schwellköpp-Figuren blieben in der Nähe der Bühne postiert. Trotz der ausgelassenen Stimmung registrierte die Polizei zehn Straftaten, darunter Beleidigungen und leichte Körperverletzungen.

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Anders als in den Vorjahren übertrug kein regionaler Sender die Veranstaltung live. Der SWR zeigte überhaupt kein Karnevalsprogramm, während die Kölner Eröffnungsfeier vom WDR ausgestrahlt wurde. Im selben November lief die letzte Folge von „Wetten, dass..?“ mit Thomas Gottschalk – allerdings aus Offenburg und nicht aus Mainz.

Der Faschingsauftakt 2023 in Mainz zog große Menschenmengen an, stieß aber auch auf Unmut über die neuen Einschränkungen. Mit verschärften Sicherheitsvorkehrungen und ohne lokale Übertragung markierte die Veranstaltung einen Bruch mit der Tradition. Die Veranstalter stehen nun vor der Herausforderung, Sicherheitsanforderungen mit dem offenen Geist des Festes in Einklang zu bringen.