Mehrwegtassen auf der Hannover Messe beweisen: Kreislaufwirtschaft funktioniert auch im Großformat
Milan SüßebierMehrwegtassen auf der Hannover Messe beweisen: Kreislaufwirtschaft funktioniert auch im Großformat
Pfandsystem für Mehrwegtassen auf der Hannover Messe zeigt, wie Großveranstaltungen Abfall reduzieren und Kreislaufwirtschaft fördern können
Ein Pilotprojekt unter der Leitung von Borealis und der Messe Düsseldorf hat während der Hannover Messe demonstriert, wie große Veranstaltungen Abfall vermeiden und kreislauforientierte Praktiken umsetzen können. Im Rahmen der Initiative kamen 50.000 Polypropylen-Tassen aus chemisch recycelten Materialien zum Einsatz. Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette trugen dazu bei, das System zu etablieren – mit dem Ziel, einen Standard für künftige Veranstaltungen zu setzen.
An dem Projekt beteiligten sich fünf zentrale Partner: Borealis, die Messe Düsseldorf, OMV sowie mtm plastics (ein Unternehmen der Borealis-Gruppe). OMV lieferte über seine ReOil®-Technologie chemisch recycelte Rohstoffe, aus denen die leichten, langlebigen Tassen hergestellt wurden. Mtm plastics übernahm das mechanische Recycling beschädigter oder zurückgewonnener Tassen und sorgte dafür, dass diese wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden konnten.
Während der Messe wurden die Tassen gesammelt, gereinigt und vor Ort erneut ausgegeben, sodass sie mehrfach im Umlauf bleiben konnten. Die Besucher zeigten sich kooperativ – die Beteiligung war hoch, das Feedback durchweg positiv. Die größte Herausforderung bestand jedoch darin, die korrekte Nutzung der Sammelstellen sicherzustellen, da einige Tassen fälschlicherweise im Restmüll statt in den vorgesehenen Behältern landeten.
Die Tassen selbst waren von Grund auf auf Nachhaltigkeit ausgelegt: Hergestellt aus chemisch recycelten Ausgangsstoffen und mit umweltfreundlichen Verfahren produziert, waren sie sowohl robust als auch vollständig recycelbar. Das Pilotprojekt sollte beweisen, dass Wiederverwendung auch im großen Maßstab funktioniert – und die Ergebnisse sprechen dafür, dass dies gelingt.
Die Initiative hat gezeigt, dass Mehrwegsysteme auch bei Großveranstaltungen machbar sind und als Vorbild für eine breitere Einführung dienen können. Mit 50.000 Tassen im Umlauf und einer starken Resonanz bei den Besuchern liefert das Projekt eine praxistaugliche Blaupause für künftige Kreislaufwirtschaftsprojekte. Die Veranstalter verfügen nun über eine solide Grundlage, um ähnliche Programme weiterzuentwickeln und auszubauen.
