Miron Muslić führt Schalke 04 mit kluger Taktik zurück in die 1. Bundesliga
Rolf-Peter ScheelMiron Muslić führt Schalke 04 mit kluger Taktik zurück in die 1. Bundesliga
Schalke 04 führt die 2. Bundesliga unter Miron Muslić an – ein Trainer, der gezielt Kritik auf sich zieht, um seine Spieler zu schützen. Der 43-Jährige hat das Team in eine dominierende Position gebracht: Mit 38 bis 39 Punkten im Januar 2026 steuert der Verein auf den direkten Aufstieg in die 1. Bundesliga. Doch Muslićs Ansatz geht über Taktik hinaus – er fungiert als Schutzschild für seine Mannschaft, nimmt Druck auf sich und ermöglicht es den Spielern, sich auf ihre Leistung zu konzentrieren.
Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2024 hat Muslić die Geschicke Schalke 04s grundlegend gewendet. Sechs Siege in den ersten acht Spielen, ein neun Punkte umfassender Vorsprung vor Konkurrenten wie Hertha BSC und eine defensive Stabilität – Torhüter Loris Karius hielt bereits zehnmal zu Null – prägten den Aufschwung in der 2. Liga. Verstärkungen wie Edin Džeko machten das Team schließlich zum Aufstiegsaspiranten.
Hinter den Kulissen arbeitet Muslić eng mit der Medienabteilung zusammen, um Narrative zu steuern und Kritik von seinen Spielern fernzuhalten. Offener gibt er zu, als "Blitzableiter" zu fungieren: Er stellt sich selbst in den Fokus, um den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Diese Strategie erstreckt sich auch auf seinen täglichen Umgang mit den 50 bis 60 Mitarbeitern, bei dem er auf Authentizität setzt und jedem das Gefühl gibt, wertgeschätzt zu werden.
Zudem tauscht er sich mit Kollegen aus – auch mit Trainern aus der eigenen 2. Bundesliga –, um seine Methoden zu verfeinern. Seine Kommunikation ist dabei genau abgewogen: Er vermeidet es, Kritikern unnötig Angriffsfläche zu bieten, bleibt aber seinen Prinzipien treu. Für Muslić liegt die größte Stärke nicht nur in den Ergebnissen, sondern darin, ein vereintes, motiviertes Team zu formen.
Schalkes starke Position in der 2. Bundesliga spiegelt Muslićs doppelten Fokus wider: auf taktischen Erfolg und den Schutz seiner Spieler. Indem er Kritik absorbiert und einen offenen Dialog pflegt, hat er ein Umfeld geschaffen, in dem die Mannschaft gedeiht. Der Verein steht nun kurz vor der Rückkehr in die 1. Bundesliga – getragen von einem Trainer, der mit Strategie und Einfühlungsvermögen führt.
