05 March 2026, 15:55

Museum Schloss Moyland befreit Joseph-Beuy-Nachlass für Forschung und Öffentlichkeit

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Museumsraums mit einem großen Teppich, Foto-Rahmen, Objekten auf einem Podest und Deckenleuchten, mit dem Text "Museum of Fine Arts, New York City" unten.

Endlich frei: Moyland kann Beuys-Sammlung vollständig nutzen - Museum Schloss Moyland befreit Joseph-Beuy-Nachlass für Forschung und Öffentlichkeit

Museum Schloss Moyland erhält uneingeschränkten Zugang zu seiner umfangreichen Joseph-Beuys-Sammlung nach bahnbrechender Einigung

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Das Land Nordrhein-Westfalen hat für 3,25 Millionen Euro umfassende Nutzungsrechte erworben, wodurch das Museum die Werke des Künstlers künftig vielfältiger der Öffentlichkeit zugänglich machen kann. Die Vereinbarung markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Bewahrung und Präsentation von Beuys' künstlerischem Erbe.

Die Sammlung in Moyland zählt zu den größten Beständen von Beuys' Werken und umfasst 6.000 frühe Arbeiten, 50.000 Aktionsfotografien sowie 250.000 Archivdokumente. Bisher unterlag das Museum strengen Auflagen bei der Ausstellung, Vervielfältigung und Bewerbung dieser Materialien. Mit den neuen Rechten kann Moyland die Werke nun systematisch katalogisieren und über eine Online-Datenbank zugänglich machen.

Die Einigung ermöglicht zudem die Reproduktion von Beuys' Kunst, die Veröffentlichung von Abbildungen in Büchern sowie Leihgaben an andere Institutionen. Das Museum darf seine Bestände nun aktiv in sozialen Medien bewerben und im Museumsshop Merchandise-Artikel mit Beuys-Bezug anbieten. Direktor Bazon Brock betonte die Bedeutung, Beuys' Werk für die Gegenwart zu erschließen: "Es kommt allen zugute – besonders jungen Künstlern –, seine Ideen in die heutige Zeit zu tragen."

Für den Herbst 2027 ist in den Hamburger Deichtorhallen bereits eine große Ausstellung zu Beuys und zeitgenössischer Kunst geplant, bei der Moyland als Hauptleihgeber fungieren wird. Damit zeigt sich das neu gewonnene Potenzial der Sammlung. Die Zusammenarbeit mit den Erben Beuys' bleibt dabei zentral – in der Hoffnung auf einen fortgesetzten Dialog und weitere Kooperationen.

Seit seiner Gründung 1992 hat Moyland den öffentlichen Zugang zu Beuys' Werken schrittweise ausgebaut. Engpässe in den Ausstellungsflächen wichen breiten Präsentationen, regelmäßigen Wechselausstellungen und ambitionierten Sonderprojekten. Digitale Archive und Online-Kataloge, in den 1990er-Jahren noch undenkbar, spielen heute eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung der Sammlung. Dennoch lagern einige Werke aus konservatorischen Gründen oder Platzmangel weiterhin in Depots.

Die 3,25-Millionen-Euro-Vereinbarung sichert Moyland die volle Nutzung der Beuys-Sammlung für Forschung, Ausstellungen und öffentliche Bildungsarbeit. Durch Leihgaben, Publikationen und digitale Angebote wird der Zugang zu Beuys' Erbe erweitert. Künftige Projekte wie die Ausstellung 2027 werden die Bedeutung der Sammlung weiter unterstreichen.