Neue EU-Regel sorgt für Chaos bei Überweisungen – was Kunden jetzt wissen müssen
Rolf-Peter ScheelNeue EU-Regel sorgt für Chaos bei Überweisungen – was Kunden jetzt wissen müssen
Verwirrung im Bankwesen
Teaser: Seit zwei Monaten prüfen Banken vor Überweisungen den Namen des Empfängers. Was die Sicherheit erhöhen sollte, sorgt auch für Probleme.
8. Dezember 2025, 04:46 Uhr
Seit dem 9. Oktober 2025 setzen Banken in Deutschland und der Eurozone eine neue Sicherheitsmaßnahme für SEPA-Überweisungen um: Die EU-weite "Verifizierung des Zahlungsempfängers" (Verification of Payee, VoP) schreibt vor, dass Finanzinstitute vor der Abwicklung von Zahlungen prüfen müssen, ob der Name des Empfängers mit der hinterlegten IBAN übereinstimmt. Die Änderung soll Betrug erschweren – doch bereits jetzt führt sie bei Kunden zu Verwirrung, da Warnmeldungen und Verfahren uneinheitlich gehandhabt werden.
Das System funktioniert so: Der vom Absender eingegebene Name wird mit dem bei der Empfängerbank registrierten abgeglichen. Ein dreistufiges Warnsystem zeigt die Ergebnisse an – grün bei exakter Übereinstimmung, gelb bei ähnlichen, aber nicht identischen Namen und rot, wenn keine Übereinstimmung vorliegt. Doch exakte Treffer sind selten, besonders bei Unternehmen oder Behörden, wo die offiziellen Bezeichnungen oft leicht von den tatsächlichen Kontodaten abweichen.
Bis zum Sommer 2027 soll das Verfahren in der gesamten EU eingeführt werden. Zwar dient es dem Schutz vor Betrug, doch bereits jetzt führt es zu Frust bei Kunden – etwa wegen unterschiedlicher Reaktionen der Banken oder datenschutzrechtlicher Einschränkungen. Bis auf Weiteres bleibt es ratsam, Zahlungsdaten besonders sorgfältig zu prüfen, um Probleme zu vermeiden.
