NRW-Handwerk kämpft 2026 um Überleben trotz 500-Milliarden-Fonds des Bundestags
Milan SüßebierStimmung in den Handwerksbetrieben verschlechtert sich - NRW-Handwerk kämpft 2026 um Überleben trotz 500-Milliarden-Fonds des Bundestags
Das Handwerk in Nordrhein-Westfalen (NRW) steht vor einem herausfordernden Jahr. Trotz eines 500-Milliarden-Euro-Fonds des Bundestages für Infrastrukturprojekte droht die Geschäftsentwicklung 2026 zu stagnieren. Branchenvertreter fordern nun dringend wirtschaftspolitische Reformen, um die kämpfenden kleinen und mittleren Betriebe (KMU) zu entlasten.
Aktuelle Daten zeigen einen kontinuierlichen Rückgang der Auftragsbestände im nordrhein-westfälischen Handwerk. Kürzere Wartezeiten für Kunden sind dabei kein Zeichen gestiegener Effizienz, sondern sinkender Nachfrage. Gleichzeitig wird die Beschäftigung im Sektor 2026 voraussichtlich um 1,5 Prozent schrumpfen – ein stärkerer Rückgang als in den Vorjahren.
Hinzu kommt, dass viele erfahrene Handwerker in den Ruhestand gehen, ohne dass ausreichend Nachwuchs nachrückt. Die Folge: steigende Insolvenzzahlen und immer mehr Betriebsschließungen. Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk.NRW, kritisiert den Bundestag scharf, weil er zentrale Versprechen nicht einhält. Dazu zählen die Bürokratieabbau, die Abschaffung der Belegpflicht, die Lockerung der Sonntagsbackverbote sowie die Senkung der Stromsteuer. Er fordert für 2026 einen stärkeren Fokus auf Wirtschaftswachstum und eine Deckelung der Sozialabgaben bei 40 Prozent – notfalls durch eine Grundgesetzänderung.
Auch Hans-Jörg Hennecke, Hauptgeschäftsführer von Handwerk.NRW, teilt diese Sorgen. Er betont, dass längst überfällige Reformen wie die Entflechtung der Vorschriften für Bäcker endlich umgesetzt werden müssten, um die Branche wiederzubeleben. Trotz der geplanten 500-Milliarden-Investitionen in die Infrastruktur bleibt das Handwerk in NRW unter Druck. Die Branchenvertreter warnen: Ohne entschlossenes Handeln werde sich der Abwärtstrend fortsetzen.
Das Handwerk in NRW rüstet sich für ein schwieriges Jahr 2026. Stagnierende Geschäftsentwicklung, sinkende Beschäftigung und steigende Insolvenzen unterstreichen den dringenden Reformbedarf. Die Verbände pochen auf konkrete Maßnahmen zur Bürokratieentlastung, Kostensenkung und Nachfrageförderung – bevor noch mehr Betriebe schließen müssen.
