NRW-Hochschulen: Fast 30 Prozent der Professuren sind in Frauenhand – doch MINT hinkt hinterher
Rolf-Peter ScheelImmer mehr Frauen leiten Universit├Ąten in NRW - NRW-Hochschulen: Fast 30 Prozent der Professuren sind in Frauenhand – doch MINT hinkt hinterher
Frauen besetzen in Nordrhein-Westfalen fast 30 Prozent der Professuren – doch die Unterschiede zwischen den Fächern bleiben groß
In Nordrhein-Westfalen (NRW) sind mittlerweile fast 30 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 21,8 Prozent vor einem Jahrzehnt. Die aktuellen Zahlen zeigen zudem, dass Frauen in Führungspositionen an Hochschulen immer stärker vertreten sind: 41,7 Prozent der Spitzenpositionen werden von Frauen ausgefüllt, was deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Der Anteil der Professorinnen in NRW stieg 2023 auf 29,6 Prozent, nach 21,8 Prozent im Jahr 2013. Doch die Verteilung ist je nach Fachbereich sehr unterschiedlich. In den Geisteswissenschaften liegt der Frauenanteil mit 46,3 Prozent am höchsten, während im Ingenieurwesen – dem größten Fachbereich – nur 17,7 Prozent der Professuren von Frauen besetzt sind.
In den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) fallen die Fortschritte zwar bescheiden, aber erkennbar aus: Hier stieg der Anteil der Professorinnen von etwa 13 Prozent im Jahr 2013 auf rund 18 bis 20 Prozent im Jahr 2024. Die Hochschulen haben Gegenmaßnahmen ergriffen, darunter Gleichstellungsprogramme, die Förderinitiative Professorinnenprogramm, Mentoring-Netzwerke und familienfreundliche Regelungen, um die Ungleichgewichte abzubauen.
Auch in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (25,6 bzw. 27,2 Prozent) hinken die Zahlen hinter denen der Geisteswissenschaften her. Gleichzeitig werden 15 der NRW-Hochschulen inzwischen von Rektorinnen geleitet. Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) betonte, dass die Expertise von Forscherinnen stärker gewürdigt und genutzt werden müsse.
Noch deutlicher fällt der Anstieg in den hochschulischen Führungspositionen aus: 2013 lag der Frauenanteil hier bei nur 18,9 Prozent – heute sind es 41,7 Prozent, was den bundesweiten Durchschnitt von 35,1 Prozent übertrifft.
Trotz der Fortschritte bleiben Frauen unter den Professoren in NRW, besonders in den MINT-Fächern und im Ingenieurwesen, unterrepräsentiert. Die Hochschulen des Landes setzen weiterhin gezielte Programme um, um die Lücken zu schließen – mit sichtbaren Erfolgen vor allem in den Führungsriegen. Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass sich die Maßnahmen allmählich auf die Geschlechterverteilung in der Wissenschaft auswirken.
