06 February 2026, 21:40

NRW jagt Kindergeld-Betrüger mit KI – 100.000 Euro gestoppt

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer handschriftlichen Ahnenforschung von einer deutschen Familie, gefüllt mit Texten über Familienmitglieder und ihre Abstammung.

NRW jagt Kindergeld-Betrüger mit KI – 100.000 Euro gestoppt

Behörden in Nordrhein-Westfalen gehen mit KI-gestützten Datenprüfungen gegen Kindergeldauszahlung 2024 und 2025 vor

Im Rahmen des MISSIMO-Projekts haben die zuständigen Stellen bereits Dutzende verdächtige Fälle in der gesamten Region aufgedeckt. Wer Kindergeld 2024 oder 2025 zu Unrecht bezieht, macht sich der Steuerhinterziehung schuldig – ein schweres Straftatbestand in Deutschland.

Das MISSIMO-Projekt startete Anfang 2026 und vereint Kommunalverwaltungen, das Familienkassenamt, die Polizei sowie Jobcenter. Beteiligt sind zwölf Kommunen in Nordrhein-Westfalen, darunter Städte wie Köln und Düsseldorf sowie Landkreise wie der Rhein-Sieg-Kreis und der Märkische Kreis. Parallel läuft in der Region das ähnliche Vorhaben KI-gegen-Sozialbetrug.

In Düren meldet die Task Force Problemimmobilien häufig mögliche Betrugsfälle. Ermittler achten dabei auf Warnsignale wie fehlende Schulbesuche der Kinder, ausbleibende Vorsorgeuntersuchungen oder fehlende Nachweise, dass die Kinder tatsächlich an der gemeldeten Adresse leben. In der ersten Phase von MISSIMO wurden 13 Familien identifiziert, bei denen 32 Kinder nicht an ihrem offiziellen Wohnsitz auffindbar waren.

Diese Fälle führten zu vorläufigen Rückforderungsbescheiden in Höhe von 16.000 Euro und stoppten weitere Auszahlungen im Wert von über 100.000 Euro. Alle aufgedeckten Fälle werden nun wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung strafrechtlich untersucht. Besonders im Fokus stehen Familien, die Leistungen für Kinder beziehen, die sich länger als sechs Monate im Ausland aufhalten.

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Bei Verdachtsmomenten führt die Familienkasse – unterstützt von der Polizei – gezielte Kontrollen durch. Die Behörden sind gesetzlich verpflichtet, jeden Verdachtsfall an die zuständige Stelle zu melden.

Die verschärften Maßnahmen haben bereits Gelder zurückgeholt und weitere Auszahlungen verhindert. Die Ermittlungen in den aufgedeckten Fällen laufen weiterhin unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung. Mit der Ausweitung des Projekts könnten sich weitere Kommunen der Initiative anschließen.