NRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler jagen Beweise im Netz
Milan SüßebierNRW-Polizei setzt auf OSINT: Digitale Ermittler jagen Beweise im Netz
Nordrhein-Westfalens Polizei baut ihre digitalen Ermittlungskompetenzen aus – mit einem großen Schwerpunkt auf Open Source Intelligence (OSINT). Im Rahmen der Initiative werden Beamte darin geschult, Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien zu sammeln und auszuwerten. Spezialisierte Teams und neue Ausbildungsprogramme stehen dabei im Mittelpunkt der landesweiten Bemühungen.
Das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf hat OSINT zum Kern seiner Arbeit bei politisch motivierter Kriminalität gemacht. Fabian Coenen leitet dort die Unterabteilung 22.2, zu der auch Laura Ellrich gehört – eine 28-jährige Beamtin, die 2022 in den Staatsschutz wechselte. Ihr Team konzentriert sich darauf, öffentlich verfügbare digitale Informationen zu erschließen und zu bewerten.
Für die Vermittlung dieser Fähigkeiten ist Marc Restemeyer zuständig, ein 37-jähriger Regierungsangestellter an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Er bildet sowohl neue LKA-Mitarbeiter als auch Beamte der „Digitalen Streifen“ aus – spezialisierte Einheiten, die auf die sechs regionalen Polizeibehörden verteilt sind. Die größte dieser Einheiten sitzt in Köln mit 18 Planstellen und 16 Fallbearbeitern unter der Leitung von Swen Schubert.
Auch im operativen Bereich kommt OSINT zum Einsatz: Jannik Doktorowski, ein 39-jähriger Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld, gehört zur ersten Ausbildungsgruppe der „Digitalen Streife“ und wendet die Techniken nun in der Staatssicherheit an. Sechs weitere Spezialeinheiten unterstützen dringende Fälle und stellen schnell OSINT-Expertise bereit, um Ermittlungen zu beschleunigen.
Die Ausweitung der OSINT-Kapazitäten markiert einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Beweismittel sammelt und nutzt. Mit gezielter Ausbildung, spezialisierten Teams und erfahrenen Ausbildern will die Behörde ihre Reaktion auf Online-Bedrohungen stärken. Das Programm spiegelt einen größeren Trend wider: die zunehmende Verknüpfung digitaler Aufklärung mit dem polizeilichen Alltag.






