NRW setzt auf flächendeckende Videoüberwachung in Bussen und Bahnen gegen Gewaltwelle
Rolf-Peter ScheelNRW setzt auf flächendeckende Videoüberwachung in Bussen und Bahnen gegen Gewaltwelle
Eine aktuelle Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zeigt den zunehmenden Einsatz von Überwachungstechnik im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens (NRW). Videosysteme und Körperkameras gehören inzwischen in Bussen, Zügen und Bahnhöfen zum Standard, um die Sicherheit zu erhöhen und Straftaten vorzubeugen.
Rund 90 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge in NRW sind bereits mit Videotechnik ausgestattet. Auch kleinere und mittelgroße Bahnhöfe wurden nachgerüstet – ein Landesprogramm zur Ausrüstung von 100 Stationen steht kurz vor dem Abschluss.
Neue Busse werden mittlerweile serienmäßig mit Kamerasystemen ausgeliefert, die das gesamte Innere abdecken. Körperkameras sind für Sicherheitskräfte, die in Zügen und auf Bahnhöfen patrouillieren, inzwischen Standard, während einige Eisenbahnunternehmen sie ihrem Personal auf freiwilliger Basis anbieten.
Hintergrund der Maßnahmen ist ein deutlicher Anstieg von Angriffen auf Zugbegleiter und Servicekräfte. Allein im vergangenen Jahr verzeichneten die Regionalverkehrsbetriebe in NRW über 1.300 Bedrohungen und 905 körperliche Attacken. Körperkameras haben sich als wirksam erwiesen, um Konflikte zu deeskalieren – oft reicht bereits ihre Sichtbarkeit oder Aktivierung, um aggressives Verhalten zu unterbinden.
Für die Zukunft ist geplant, alle Züge in NRW nachzurüsten, um eine lückenlose Videoüberwachung zu gewährleisten. Zudem werden cloudbasierte Speicherlösungen und der mögliche Einsatz KI-gestützter Früherkennung von Sicherheitsrisiken geprüft. Die Dortmunder Verkehrsbetriebe setzen bereits nachts Sicherheitskräfte ein, die aus einer Leitstelle heraus Live-Bilder überwachen und bei Vorfällen die Einsatzkräfte koordinieren.
Mit dem Ausbau der Überwachungstechnik soll der steigenden Zahl von Gewaltvorfällen gegen Mitarbeiter im öffentlichen Verkehr begegnet werden. Durch den flächendeckenden Einsatz von Kameras und Körperkameras erhoffen sich die Behörden eine höhere Sicherheit sowie bessere Beweismittel für Ermittlungen. Die Entwicklung spiegelt einen bundesweiten Trend wider, die Sicherheit in Nahverkehrsnetzen nachhaltig zu verbessern.
