03 March 2026, 20:05

NRW wählt 2027 erstmals im April – und bricht mit jahrzehntealter Tradition

Eine Deutschlandkarte mit in rot und blau hervorgehobenen Bundesländern, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 zeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

NRW wählt 2027 erstmals im April – und bricht mit jahrzehntealter Tradition

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat den nächsten Landtagswahltermin auf den 25. April 2027 festgelegt. Damit bricht sie mit einer langjährigen Tradition der Mai-Wahlen – erstmals seit 1970 wird die Abstimmung nicht in diesem Monat stattfinden. Rund 13 Millionen Einwohner sind bei der anstehenden Wahl stimmberechtigt.

Die Entscheidung für die Terminverschiebung erfolgte nach Prüfung möglicher Konflikte mit Feiertagen und Reisegewohnheiten. 2027 fallen Christi Himmelfahrt und Pfingsten auf die ersten beiden Mai-Wochenenden, eine Zeit, in der viele Bürger Kurzreisen unternehmen – was in der Vergangenheit zu einer geringeren Wahlbeteiligung führte. Alternative Termine in der Nähe von Ostern oder sogenannte 'Brückentage', an denen Arbeitnehmer durch freie Tage verlängerte Wochenenden nutzen, wurden ebenfalls in Betracht gezogen, aber verworfen. Sie hätten den Wahlkampf und die Teilnahme erschweren können.

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Die Änderung erfolgte nicht, um den Muttertag oder Kollisionen mit den letzten Spieltagen der Bundesliga zu vermeiden. Behördenvertreter wiesen darauf hin, dass es keine historischen Daten gebe, die belegen, ob Feiertage wie der Muttertag die Wahlbeteiligung bei früheren Landtagswahlen beeinflusst hätten. Bei der letzten Wahl hatte die CDU die meisten Stimmen erhalten, gefolgt von der SPD, während die Grünen auf Platz drei landeten. FDP und AfD überschritten knapp die Fünf-Prozent-Hürde, die für den Einzug ins Parlament erforderlich ist.

Der neue Wahltermin am 25. April 2027 rückt die Abstimmung von einem Monat ab, der traditionell mit einer niedrigeren Beteiligung verbunden ist. Da es keine verlässlichen Aufzeichnungen über feiertagsbedingte Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung gibt, zielt die Entscheidung darauf ab, bekannte Phasen hoher Abwesenheit zu umgehen. Die Verschiebung wird zeigen, ob ein früherer Termin die politische Teilhabe der 13 Millionen Wahlberechtigten im Land steigern kann.