16 March 2026, 22:36

Oktoberfest in München: Traum und Albtraum für Anwohner wie Martin Stanek

Eine große Gruppe von Menschen an langen Tischen unter einem Zelt auf dem Oktoberfest in München, Deutschland, mit Taschen und Gegenständen auf den Tischen und festlicher Dekoration im Hintergrund.

Oktoberfest in München: Traum und Albtraum für Anwohner wie Martin Stanek

Für Martin Stanek ist das Leben in der Nähe des Münchner Oktoberfests sowohl eine Freude als auch eine Belastung. Zwar schätzt er die berühmten Wiesn-Feierlichkeiten, doch das 16-tägige Spektakel bringt auch betrunkene Besucher, Lärm und Vandalismus direkt vor seiner Haustür mit sich. Wie jedes Jahr muss er sich mit denselben Problemen auseinandersetzen – von öffentlichem Urinieren bis zu rücksichtslosem Verhalten in seinem Viertel.

Stanek, der seinen echten Namen nicht preisgeben möchte, lebt seit Jahren mit seiner Familie in der Nähe des Festgeländes. Für ihn ist die Wiesn eine besondere Zeit, doch das Chaos wird ihm mitunter zu viel. Betrunkene Feiernde liegen oft auf Gehwegen, torkeln in Wohnhäuser oder irren sogar in seine Tiefgarage. Manche Besucher zeigen wenig Respekt, reißen Blumenkübel aus oder zerschlagen Flaschen.

Lärm, grelles Licht und Menschenmassen gehören zum Oktoberfest dazu, doch am meisten stört Stanek der Mangel an grundlegender Höflichkeit. Er kann kaum glauben, dass Menschen offen vor seiner Haustür urinieren oder ihr Geschäft verrichten. Selbst Prominente wie die Kaulitz-Brüder oder betrunkene Fußballer wurden bereits dabei beobachtet, wie sie in seinem Viertel für Unruhe sorgten.

Um die Störungen zu mildern, wünscht sich Stanek strengere Polizeikontrollen. Er schlägt vor, Taxis und Fahrradrikschas aus Wohnstraßen zu verbannen, um das Chaos einzudämmen. Wenn das Fest vorbei ist, bringt der erste Montag Erleichterung – auch wenn er zugeben muss, dass er ein kleines Wehmutsgefühl verspürt, wenn die Menge verschwunden ist.

Offiziell dauert das Oktoberfest jedes Jahr 16 Tage, beginnt am dritten Samstag im September und endet am ersten Sonntag im Oktober. Die Tradition geht auf ein königliches Hochzeitsfest aus dem Jahr 1810 zurück, auch wenn sich die Dauer im Laufe der Zeit verändert hat. Heute verbindet das Fest Geschichte mit Pragmatismus und endet, bevor das kalte Wetter Einzug hält.

Für Stanek und seine Nachbarn bleibt das Oktoberfest eine Mischung aus Feierlaune und Belastung. Die langjährigen Traditionen des Festes bringen München weltweite Aufmerksamkeit, doch die Anwohner tragen die Last der weniger glamourösen Seiten. Wenn das Spektakel jedes Jahr zu Ende geht, ist die Rückkehr zu ruhigen Straßen eine willkommene Veränderung.

Quelle