10 April 2026, 20:31

Recklinghausen gedenkt der 25.000 jüdischen NS-Opfer aus Riga-Deportationen

Luftaufnahme des Holocaust-Mahnmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin, das zahlreiche weiße und blaue rechteckige Betonsteine in einem Raster zeigt.

Recklinghausen gedenkt der 25.000 jüdischen NS-Opfer aus Riga-Deportationen

Die jährliche Gedenkveranstaltung für die jüdischen Bürger, die während der NS-Zeit nach Riga deportiert wurden, fand am Sonntag, dem 2. November, statt. Die Feierlichkeit wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Recklinghausen abgehalten und ehrte das Andenken an mehr als 25.000 Menschen jüdischen Glaubens, die gewaltsam in die lettische Hauptstadt verschleppt und dort ermordet wurden – vor allem im Wald von Bikernieki. In diesem Jahr nahm der neu gewählte Marl-Bürgermeister Thomas Terhorst gemeinsam mit lokalen Führungspersönlichkeiten an der Ehrung der Opfer teil.

Die Zeremonie ist seit Jahren eine Tradition und findet stets am ersten Sonntag im November statt. Sie erinnert an die etwa 3.000 jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus dem Raum Recklinghausen, die nach Riga deportiert und von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Unter ihnen war auch Rolf Abrahamsohn, ein Einwohner aus Marl, dessen Sohn in diesem Jahr an der Gedenkfeier teilnahm.

Thomas Terhorst sprach bei der Veranstaltung und betonte die Bedeutung, das Gedenken an die Opfer wachzuhalten. "Das Schicksal dieser Opfer verpflichtet uns, Verantwortung zu übernehmen", sagte er. Auch Bodo Klimpel, der Landrat des Kreises, richtete sich an die Anwesenden und rief sie dazu auf, "sekundäre Zeugen zu werden – gegen das Vergessen und gegen jede Form von Antisemitismus". Mark Rosendahl, Bezirksleiter des DGB, schloss sich den Rednern an.

Die Stadtverwaltung Marl ist seit 2010 Mitglied im Deutschen Riga-Komitee. Das Komitee organisiert die jährliche Gedenkveranstaltung, um sicherzustellen, dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten, und um sich gegen Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen zu stellen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Veranstaltung brachte Gemeindevertreter, Angehörige von Überlebenden und Bürger zusammen, um über ein dunkles Kapitel der Geschichte zu reflektieren. Durch die Ehre für die Verstorbenen unterstrich die Zeremonie das Bekenntnis, zu erinnern und Hass entgegenzutreten. Das Deutsche Riga-Komitee setzt seine Arbeit fort, um das Andenken an die 25.000 jüdischen Opfer zu bewahren, die während des NS-Regimes deportiert und ermordet wurden.

Quelle