06 March 2026, 14:38

Riesenrakete auf der Frankfurter Buchmesse polarisiert mit skurrilen Kriegsbezügen

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Mannes, der eine Rakete hält, mit dem Text "Die Kriegsgeister" sichtbar.

Riesenrakete auf der Frankfurter Buchmesse polarisiert mit skurrilen Kriegsbezügen

Riesenrakete auf der Frankfurter Buchmesse sorgt für Aufsehen

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Mitten auf der Frankfurter Buchmesse ist eine gigantische Rakete aufgetaucht – und zieht alle Blicke auf sich. Das ungewöhnliche Ausstellungsstück thront im 'Agora'-Innenhof, wo Besucher sonst zwischen Literatur und Ideen stöbern. Doch die Stimmung der Messe verbindet spielerische Neugier mit dezenten Anspielungen auf Konflikt und Geschichte.

Die auf einem Lkw montierte Rakete war bereits bei der Ankunft der ersten Gäste ein Hingucker. Manche deuteten sie als Symbol für den Wandel vom bloßen Diskutieren zum mutigen Handeln – sozusagen ein 'Zum Mond fliegen'. Später stellte sich heraus, dass es sich um ein Modell eines Raumschiffs für pädagogische Kinderprojekte handelt. Wer die Rakete aufgestellt hat, bleibt jedoch unklar; ihre genaue Botschaft ist damit Interpretationssache.

Doch trotz der kriegsbezogenen Akzente herrschte auf der Messe überraschend lockere Stimmung. Ein Frühstücksraum im Stil des Konzentrationslagers Sachsenhausen war mit Lego-'Star Wars'-Raumschiffen und schwerem Kriegsgerät bestückt – eine skurrile Mischung aus Popkultur und Militärsymbolik. Ein kleiner Verlag präsentierte unterdessen das Modell eines 'Maiale'-Torpedos, verknüpft mit einem Roman über einen Faschisten, der sich in die Arme einer spanischen Buchhändlerin flüchtet.

Auch das kulinarische Angebot passte zum ungewöhnlichen Ton der Veranstaltung: Statt traditioneller österreichischer Gerichte wie Schnitzel gab es schlichte Kartoffelsuppe, die manche scherzhaft mit 'Schützenfleisch' aus dem Grabenkrieg verglichen. Die Gespräche flossen mühelos – von der Bedeutung des deutschen Ausdrucks 'charakterschwach' bis hin zu Berichten, wonach die Bundeswehr solche Inszenierungen für Nachwuchsrekrutierung nutze. Finanzielle Sorgen wurden am Rande erwähnt, doch die Atmosphäre blieb herzlich und lebendig.

Die Rakete und das Nebeneinander von Kriegsbezügen und Leichtigkeit beschäftigten die Besucher noch lange. Zwar klärte sich später ihr pädagogischer Zweck, doch die Installation trug zu jenem besonderen Mix aus ernsten Themen und verspielter Kreativität bei, der die Messe prägte. Die Gäste ließen sich von der skurrilen, zum Nachdenken anregenden Inszenierung jedenfalls nicht abschrecken – im Gegenteil: Die Diskussionen gingen munter weiter.

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