24 March 2026, 04:34

Rodung des "Sünderwäldchens" beginnt – Streit um Ökosystem und Kohleausstieg

Schwarzes und wei├čes Foto eines Kohlebergbaus mit Geb├Ąuden, Masten und B├Ąumen im Hintergrund und Text unten.

Was Sie über die Rückeroberung des 'Sündigen Waldes' wissen müssen - Rodung des "Sünderwäldchens" beginnt – Streit um Ökosystem und Kohleausstieg

Die Rodung des "Sünderwäldchens" in der Nähe des Tagebaus Hambach hat begonnen und die Spannungen zwischen dem Energiekonzern RWE und Umweltschützern erneut verschärft. Der Wald, der vom einst besetzten Hambacher Forst getrennt liegt, befindet sich in einem Gebiet, das nicht vom Kohleausstiegsabkommen abgedeckt ist. Zwar wurden die notwendigen Genehmigungen in diesem Jahr erteilt, doch Kritiker bemängeln, dass damit ein weiteres funktionierendes Ökosystem verloren geht.

Im Mittelpunkt des Streits stehen RWEs Pläne, am Standort Kies abzubauen, der benötigt wird, um die Hänge eines künftigen künstlichen Sees zu stabilisieren. Jahrzehntelanger Braunkohleabbau im Rheinischen Revier hat tiefe Krater hinterlassen, die die Behörden im Rahmen der Nachnutzung der Bergbauflächen fluten wollen. Da die Braunkohleförderung bis 2030 endet, soll auch der Tagebau Hambach – wo das "Sünderwäldchen" steht – in einen See umgewandelt werden.

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Im Januar entschied das Oberverwaltungsgericht Münster, dass die Rodung fortgesetzt werden darf, da keine Verstöße gegen Artenschutzgesetze vorlägen. RWE bestätigte, dass alle erforderlichen Genehmigungen vorlägen, einschließlich Maßnahmen zum Schutz von 12 geschützten Arten, die während des Verfahrens identifiziert wurden. Dazu gehörten die Umsiedlung von Amphibien und Reptilien, die Anbringung von Nistkästen für Vögel sowie eine ökologische Begleitung der Rodungsarbeiten im Jahr 2024.

Die Fällung der Bäume war ab dem 1. Oktober rechtlich zulässig, doch die Arbeiten verzögerten sich aufgrund von Besetzungen durch Aktivisten. Der Standort erinnert an die Proteste im Hambacher Forst, wo Baumhäuser und Blockaden den Abbau jahrelang aufhielten. Die Umweltorganisation BUND NRW lehnt das Vorhaben weiterhin ab und betont, es gebe Alternativen. Zudem verweist sie auf die symbolische Bedeutung des Waldes.

Kritiker hinterfragen auch den Nutzen des Projekts, da ein Teil der abgebauten Materialien für den Bau einer Yachthafenanlage verwendet werden soll. RWE hält dagegen, der Kies sei essenziell für die Hangstabilisierung und das künftige Wassermanagement in der renaturierten Landschaft.

Die Beseitigung des Waldstücks markiert einen weiteren Schritt im Wandel des Rheinlands von einer Bergbauregion zu einer Seenlandschaft. Dass RWE alle rechtlichen und ökologischen Auflagen erfüllt, hat die Opposition nicht besänftigt – Aktivisten betrachten den Verlust als unnötig. Das gerodete Gebiet soll nun im Rahmen der langfristigen Umgestaltung der Region neu genutzt werden.

Quelle