Schrodtberg-Bebauung in Solingen: Grünen-Widerstand gegen Industriepläne wächst
Rolf-Peter ScheelSchrodtberg-Bebauung in Solingen: Grünen-Widerstand gegen Industriepläne wächst
Pläne zur kommerziellen Erschließung des Solinger Schrodtbergs stoßen auf heftigen Widerstand
Die Pläne, die gewerbliche Bebauung im Solinger Stadtteil Schrodtberg auszuweiten, treffen auf massive Kritik. Die Grünen und Anwohner argumentieren, das Vorhaben schade der Umwelt und breche frühere Zusagen. Rechtliche Klagen und hohe Kosten könnten das Projekt nun weiter verzögern.
Die Grünen hatten den Bewohnern ursprünglich versichert, dass lediglich das alte Sportfeld in Schrodtberg für Gewerbeflächen genutzt werde. Ihr Masterplan Arbeit und Wirtschaft sah dort ausdrücklich eine Begrenzung der gewerblichen Expansion vor. Doch nun sorgen Pläne, weite Teile des Gebiets in eine Industriezone umzuwandeln, für Empörung.
"Die Bebauung würde die ökologische Funktion des Schrodtbergs zerstören", warnt die Grünen-Bezirksvertreterin Helga Bisier. Gemeinsam mit dem Fleußmühlbachtal bilde die Fläche einen wichtigen Lebensraum für heimische Tierarten. Der Planungsexperte Dietmar Gaida ergänzt, dass das steile Gelände Bauarbeiten zusätzlich erschwere und die Kosten in die Höhe treibe.
Die Partei drängt auf Alternativen: Stattdessen könnten bestehende Gewerbeflächen in der Nähe des Birkenweiher genutzt werden. Zudem fordern die Grünen, die Gebiete Stöcken/Schrodtberg, Piepersberg West und Fürkeltrath II in Gräfrath als schützenswerte Landschaften auszuweisen. Sollte die Erweiterung vorangetrieben werden, sei mit Klagen von Anwohnern zu rechnen, so Gaida.
Bündnis 90/Die Grünen haben den Stadtrat aufgefordert, in allen künftigen Planungen Natur- und Klimaschutz Priorität einzuräumen. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass der Streit ähnliche Projekte in anderen Städten des Rheinisch-Bergischen Kreises beeinflusst.
Die Debatte um den Schrodtberg zeigt das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Umweltschutz in Solingen. Sollte die Erweiterung umgesetzt werden, drohen juristische Auseinandersetzungen und steigende Kosten, die das Vorhaben ausbremsen könnten. Die Grünen bleiben derweil bei ihrer Forderung nach strengeren Schutzmaßnahmen und alternativen Standorten für die gewerbliche Ansiedlung.
