06 January 2026, 11:17

Sozialkarte statt Bargeld: NRW testet neues System für Asylbewerber – doch viele Kommunen lehnen ab

Menschen mit ID-Karten, ein Plakat im Hintergrund.

Sozialkarte statt Bargeld: NRW testet neues System für Asylbewerber – doch viele Kommunen lehnen ab

Neues Zahlungssystem für Asylsuchende: „Sozialkarte“ ersetzt Bargeld in Teilen Nordrhein-Westfalens

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In einigen Regionen Nordrhein-Westfalens wird derzeit ein neues Zahlungssystem für Asylbewerber eingeführt: die sogenannte „Sozialkarte“. Dabei handelt es sich um eine vorbezahlte Visa-Karte, die Bargeldleistungen ersetzt. Das System soll die Auszahlung von Sozialleistungen vereinfachen, stößt jedoch bei vielen Kommunen auf Widerstand.

In Ascheberg ist die Karte bereits im Einsatz – bis März 2026 sollen alle Geflüchteten dort damit ausgestattet sein. Auch benachbarte Gemeinden im Kreis Coesfeld führen das System schrittweise ein. Statt Bargeld erhalten Asylsuchende künftig eine monatlich mit ihren staatlichen Leistungen aufgeladene Prepaid-Karte.

Die Karte funktioniert wie eine herkömmliche Visa-Karte und wird überall akzeptiert, wo Kartenzahlungen möglich sind. Allerdings gelten strenge Auflagen: Auslandstransfers sind gesperrt, und Bargeldabhebungen sind auf 50 Euro pro Monat begrenzt. Die Verantwortlichen in Ascheberg argumentieren, dass das System langfristig den Verwaltungsaufwand reduziere – die anfängliche Umsetzung erfordert jedoch zeitintensive Einzelgespräche mit jedem Geflüchteten.

Trotz dieser Bemühungen lehnen die meisten Kommunen in der Region das Modell ab. Nur ein Drittel plant die Einführung, viele verweisen auf zusätzliche Arbeitsbelastung oder zweifeln an den versprochenen Kosteneinsparungen. Münster hat die Sozialkarte bereits ausgeschlossen, sodass Ascheberg zu den wenigen Vorreitern gehört.

Bis Anfang 2026 soll das System in Ascheberg und Teilen des Kreises Coesfeld vollständig etabliert sein. Andere Städte zeigen sich jedoch zurückhaltend – die Zukunft der Sozialkarte in Nordrhein-Westfalen bleibt damit ungewiss. Vorerst werden Asylsuchende in den teilnehmenden Gebieten ihre monatlichen Leistungen ausschließlich über die Karte erhalten.