Streit um Steuergelder: Warum Habecks Dokumentarfilm für Aufruhr sorgt
Rolf-Peter ScheelStreit um Steuergelder: Warum Habecks Dokumentarfilm für Aufruhr sorgt
Ein neuer Dokumentarfilm über den ehemaligen deutschen Vizekanzler Robert Habeck hat eine Debatte über die Verwendung öffentlicher Gelder entfacht. Der unter dem Titel 'Jetzt. Wohin. – Meine Reise mit Robert Habeck' veröffentlichte Film erhielt 270.793,95 Euro aus steuerfinanzierten Quellen. Kritiker aus dem rechten politischen Spektrum verurteilen das Projekt als 'Personenkult', der von der Öffentlichkeit bezahlt werde.
Der Dokumentarfilm begleitet Habecks Wahlkampf im Vorfeld der für Februar 2025 geplanten Bundestagswahl. Produziert wurde er von Pandora Film, Florida Film und Eichholz Film mit finanzieller Unterstützung durch den Deutschen Filmförderfonds, die Film- und Medienstiftung NRW sowie die Filmförderungsanstalt. Obwohl Habeck selbst kein Geld für das Projekt erhielt, gibt es Fragen zur Verwendung der öffentlichen Mittel.
Vetternwirtschaft wird vermutet, da es Verbindungen zwischen einem der Produzenten und der Leiterin der Förderabteilung der Film- und Medienstiftung NRW gibt. Die Stiftung betont, dass alle Förderentscheidungen von einer unabhängigen Jury getroffen wurden. Allerdings zeigen Unterlagen, dass derselbe Produzent seit 2011 insgesamt 13 Millionen Euro an Fördergeldern von der Stiftung erhalten hat. Der Trailer des Films wurde auf YouTube bereits 20.000 Mal aufgerufen; die Premiere ist für den 7. Dezember angesetzt. Ob weitere öffentliche Mittel geflossen sind, wurde nicht bekannt gegeben.
Die Kontroverse spiegelt die Spannungen wider, die bei der öffentlichen Finanzierung politischer Dokumentarfilme entstehen. Besonders rechtseingestellte Kritiker monieren, dass Steuergelder nicht für das verwendet werden sollten, was sie als parteiische Inhalte betrachten. Die Film- und Medienstiftung NRW verteidigt ihr Förderverfahren weiterhin als transparent und unabhängig.
