Streit um Wolfsjagd: Warum Gloria Schafe riss und die Politik reagiert
Rolf-Peter ScheelStreit um Wolfsjagd: Warum Gloria Schafe riss und die Politik reagiert
Lockere Wolfsjagd: Was Umweltschützer und Schafzüchter sagen
Teaser: Bundesregierung lockert Wolfsabschuss: Neue Regeln wegen Gloria und Co. – wie NRW-Schäfer und Naturschützer reagieren.
Artikeltext:
Die Bundesregierung hat die Vorschriften für den Abschuss von Wölfen gelockert, nachdem es wiederholt zu Angriffen auf Nutztiere gekommen ist. Der Schritt folgt Vorfällen wie jenem mit Gloria, einer Wölfin in Nordrhein-Westfalen, die Zäune überwunden und Schafe gerissen hatte. Die Behörden erlauben den Bundesländern nun, Wolfspopulationen zu regulieren, sofern die Bestände stabil bleiben.
Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt die Änderung und schlägt eine kontrollierte Bejagung vor, um Artenschutz und landwirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen.
Den Anstoß für die Entscheidung gab Gloria, ein sogenannter Problemwolf, der den Hof von Erich Specht in Hünxe überfallen hatte. Trotz Schutzzaun tötete sie zwei Schafe und verletzte ein drittes. Solche Fälle veranlassten das Bundeskabinett, Wölfe im Jagdrecht umzustufen und den Ländern mehr Handlungsspielraum zu geben.
Nach den neuen Regeln dürfen Behörden Wölfe, die Nutztiere bedrohen, ganzjährig entnehmen. Der DJV empfiehlt, zwischen Anfang Juni und Ende Oktober bis zu 40 Prozent des jährlichen Populationwachstums zu bejagen. Dieser zeitlich begrenzte Ansatz soll Fehlabschüsse verringern und die Rudelstrukturen erhalten.
Der Verband schlägt zudem Jagdzeiten und gezielte Abschusspläne für Jungwölfe vor. Finanzielle Unterstützung für Schutzmaßnahmen wie Zäune oder Herdenschutzhunde bleibt jedoch bestehen.
Die Naturschutzorganisation NABU lehnt die ausgeweitete Bejagung ab. Sie argumentiert, dass von Menschen verfolgte Wölfe sich nicht von ungeschützten Weiden fernhalten würden, und fordert stattdessen besseren Herdenschutz. Andere Experten warnen, dass Abschüsse die Rudelhierarchien stören könnten – mit der Folge, dass Angriffe auf Höfe zunehmen und kleine Wolfspopulationen gefährdet werden.
Die Länder können nun bei stabilen Beständen ein „Populationsmanagement“ einführen. Die Änderungen ermöglichen es den Behörden, Wölfe zu entfernen, die Zäune überwinden oder eine direkte Gefahr für Nutztiere darstellen. Finanzielle Hilfen für Schutzmaßnahmen bleiben auch nach der Lockerung der Abschussregeln erhalten.
