24 January 2026, 08:56

Tarifstreit im NRW-ÖPNV eskaliert: ver.di droht mit Streiks nach ergebnislosen Verhandlungen

Eine alte Karte von Westfalen auf Papier, die geographische Merkmale wie Flüsse, Berge und Städte zeigt, mit begleitendem Text, der regionale Informationen bereitstellt.

Tarifstreit im NRW-ÖPNV eskaliert: ver.di droht mit Streiks nach ergebnislosen Verhandlungen

Erste Tarifverhandlungen für ÖPNV-Beschäftigte in NRW enden ergebnislos

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr Nordrhein-Westfalens ist am Dienstag ohne Fortschritte zu Ende gegangen. Die Arbeitgeber legten bei dem Treffen in Köln kein konkretes Angebot vor – 30.000 Mitarbeiter bleiben damit in der Schwebe. Die Gewerkschaft ver.di kritisierte die Blockadehaltung scharf und kündigte mögliche Arbeitskampfmaßnahmen an.

Die Gespräche am 21. Januar 2026 sollten langjährige Forderungen der Belegschaft aufgreifen. Im Mittelpunkt standen eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen Schichten sowie ein Sonntagszuschlag von mindestens 40 Prozent. Zudem forderten die Beschäftigten acht bezahlte Freistellungstage pro Jahr für Gewerkschaftsarbeit und eine Ausweitung des Tarifvertrags, um auch kurzfristig Beschäftigte und Minijobber abzudecken.

Die Arbeitgeberseite brachte jedoch keine offiziellen Vorschläge ein. Stattdessen kündigte sie an, im nächsten Verhandlungsdurchgang Gegenforderungen zu präsentieren – ein Vorgehen, das ver.di-Vertreter Heinz Rech als "falschen Start" bezeichnete. Die Gewerkschaft argumentierte, dass finanzielle Engpässe im kommunalen Verkehr nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden dürften. Die Frustration unter den Mitarbeitern wächst angesichts unzumutbarer Arbeitsbelastungen und eines sich verschärfenden Fachkräftemangels. Verhandelt wird über einen 24-Monats-Rahmentarifvertrag, bei dem Lohnanpassungen an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gekoppelt sind. Ver.di kündigte an, die Belegschaft über das weitere Vorgehen zu informieren und Streiks nicht auszuschließen. Bereits im November hatte die Gewerkschaft die Forderungen vorgelegt, doch die Arbeitgeber zeigen bis heute keine Bereitschaft zu substanziellem Verhandeln. Ohne Lösung in Sicht bleibt die Stimmung angespannt, während beide Seiten sich auf die nächsten Gespräche vorbereiten.

Die Pattsituation lässt die 30.000 Nahverkehrsbeschäftigten in NRW ohne klare Perspektive zurück. Ver.di will die Mitarbeiter über mögliche Aktionen unterrichten, während die Arbeitgeber konkrete Angebote auf die nächste Runde verschieben. Die weiteren Entwicklungen werden entscheiden, ob sich die Arbeitsbedingungen entspannen – oder ob der Konflikt in den kommenden Monaten eskaliert.

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