Taschengeld als Schlüssel zur finanziellen Bildung für Kinder in Deutschland
Rolf-Peter ScheelTaschengeld als Schlüssel zur finanziellen Bildung für Kinder in Deutschland
Viele Kinder in Deutschland erhalten von klein auf Taschengeld, um ein Gefühl für finanzielle Verantwortung zu entwickeln. Zwar sind Eltern nicht gesetzlich verpflichtet, es zu geben, doch sind sich Expert:innen einig: Regelmäßige kleine Zahlungen vermitteln wichtige Lektionen im Umgang mit Sparen und Ausgeben. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) gibt alle vier Jahre aktualisierte Richtwerte heraus, die Familien als Orientierung dienen – je nach Alter des Kindes.
Das Taschengeld beginnt oft schon für Vier- oder Fünfjährige. Das DJI empfiehlt in diesem Alter 0,50 bis 1,00 Euro pro Woche, mit steigendem Betrag im Laufe der Jahre. Für Jugendliche ab 18 Jahren liegt die Empfehlung bei 75 Euro monatlich. Diese Werte dienen als Referenz für das Bundesfamilienministerium, Jugendämter und kommunale Einrichtungen.
Eltern sollten einen festen Rhythmus einhalten – wöchentlich für jüngere Kinder, monatlich für ältere. Während Kleinere meist Bargeld erhalten, nutzen Jugendliche oft eigene Konten oder Prepaid-Karten. Entscheidend ist, dass die Kinder selbst über ihre Ausgaben entscheiden dürfen, innerhalb vernünftiger Grenzen, um aus eigenen Erfahrungen zu lernen. Ab etwa 12 Jahren führen viele Familien ein Budgetgeld für spezifische Posten wie Kleidung, Kosmetik oder Handyverträge ein. Dieses zusätzliche Geld hilft älteren Kindern, Ausgaben zu verwalten, die bisher die Eltern übernommen haben. Ziel ist es, sie schrittweise auf finanzielle Eigenständigkeit vorzubereiten. Manche Kinder sparen ihr Taschengeld, statt es sofort auszugeben – eine Gewohnheit, die Geduld und Planung fördert, Fähigkeiten, die Expert:innen als ebenso wichtig erachten wie das Budgetieren selbst.
Die Richtlinien des DJI bieten Familien eine klare Struktur, auch wenn es keine gesetzlichen Vorgaben gibt. Durch regelmäßiges Taschengeld helfen Eltern ihren Kindern, finanzielle Kompetenzen zu entwickeln, die bis ins Erwachsenenalter tragen. Gleichzeitig lernt der Nachwuchs früh, zwischen Wünschen und Bedürfnissen abzuwägen – und übernimmt so Verantwortung.
