02 April 2026, 14:29

Thüringen startet Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Balkendiagramm, das die proyectierten Internet-Penetrationsprozentsätze bis 2030 für vier Länder zeigt, wobei die Abschnitte blau, grün, gelb und rot gefärbt sind.

Thüringen startet Pilotprojekt gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Einzigartiges Pilotprojekt in Thüringen: Kampf gegen digitale sexualisierte Gewalt an Schulen

Ein einmaliges Pilotprojekt in Thüringen hat sich drei Jahre lang der Bekämpfung digitaler sexualisierter Gewalt an Schulen gewidmet und dabei rund 5.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Finanziert vom Landesjugendamt des Freistaats, verfolgte die Initiative das Ziel, junge Menschen über ihre Rechte sowie die Risiken von Missbrauch im Netz aufzuklären.

Die Workshops wurden von Yasmina Ramdani geleitet, die sich besonders der Sensibilisierung für Cybergrooming widmete – eine Form der Belästigung, bei der Täter gezielt über Chats Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufnehmen, um sie später zu bedrohen oder auszubeuten. Aktuelle Erkenntnisse der Jugendsexualitätsstudie zeigen alarmierende Trends: Fast die Hälfte der jungen Menschen erlebt digitale sexualisierte Gewalt, während fast ein Viertel 2025 von Cybergrooming betroffen war.

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Lehrkräfte erkennen zwar die Dringlichkeit, das Thema im Unterricht zu behandeln, fühlen sich aber oft überfordert. Viele Vorfälle ereignen sich in Freundeskreisen oder Klassenchats – häufig bedingt durch Naivität und mangelnde Medienkompetenz. Das ursprünglich auf drei Jahre angelegte Projekt könnte aufgrund der großen Nachfrage nach den Sommerferien 2026 fortgesetzt werden.

Trotz des Erfolgs gibt es keine öffentlichen Daten darüber, wie viele Schulen bundesweit seitdem ähnliche Präventionsprogramme eingeführt haben.

Das Thüringer Projekt unterstreicht den dringenden Bedarf an Aufklärung über digitale sexualisierte Gewalt. Angesichts der hohen Fallzahlen unter Minderjährigen stehen Schulen und Behörden zunehmend unter Druck, solche Initiativen auszuweiten. Die mögliche Wiederaufnahme 2026 deutet auf anhaltenden Handlungsbedarf hin.

Quelle