Toniebox 2: Warum der deutsche Spielzeughersteller die Produktion von China nach Vietnam verlagert
Jacqueline RöhrdanzToniebox 2: Warum der deutsche Spielzeughersteller die Produktion von China nach Vietnam verlagert
Deutscher Spielzeughersteller Tonies verlagert Produktion der Toniebox 2 von China nach Vietnam
Der deutsche Spielwarenhersteller Tonies hat die Produktion seiner beliebten Toniebox-2-Audioplayer von China nach Vietnam verlegt. Mit diesem Schritt reagiert das Unternehmen auf höhere US-Zölle für in China hergestellte Waren. Die Verlagerung ist Teil eines größeren Trends steigender Kosten und Handelsherausforderungen für europäische Spielzeughersteller.
Die Entscheidung fällt mit jüngsten Änderungen in der globalen Handelspolitik zusammen, darunter die Ankündigung neuer Zölle durch den damaligen US-Präsidenten Trump. Tonies verzeichnete ein deutliches Umsatzwachstum – fast die Hälfte der Erlöse stammt allein aus dem US-Markt.
Im April eröffnete Tonies ein neues Werk in Vietnam, zeitgleich mit der Einführung globaler US-Zölle. Die Toniebox 2, ursprünglich in China produziert, würde bei einer weiteren Fertigung dort mit einem Zollsatz von 20 Prozent belastet werden – deutlich weniger als die 30 Prozent auf chinesische Waren. Durch die Verlagerung will Tonies wettbewerbsfähigere Preise sichern und seine starke Position auf dem US-Markt, dem weltweit größten Spielzeugmarkt, halten.
Trotz dieser Herausforderungen stiegen die US-Spielzeugverkäufe in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 um sieben Prozent. Die Einzelhandelspreise erhöhten sich im Schnitt um vier Prozent – eine direkte Folge der Zölle. Auch Tonies selbst hat die Preise für einige Figuren, darunter lizenzierte Charaktere von Disney und Marvel, angehoben, um die höheren Kosten auszugleichen.
Andere deutsche Spielzeughersteller spüren ebenfalls den Druck. Ravensburger, bekannt für Puzzles und Brettspiele, übernimmt zwar die EU-Zollkosten, erhöht aber die Preise für in China produziertes Spielzeug. Der Kartenspiel- und Brettspielhersteller Amigo Spiele hingegen schloss im Oktober 2025 seine US-Tochtergesellschaft. Die Schließung folgte auf Jahre mit steigenden Kosten und sich verschärfenden Handelsbedingungen.
China bleibt zwar der weltweit führende Spielzeugproduzent und beliefert den Großteil des Marktes. Doch Unternehmen wie Tonies suchen zunehmend nach alternativen Produktionsstandorten, um die finanzielle Belastung zu verringern.
Die Verlegung der Tonies-Produktion nach Vietnam unterstreicht die wachsenden Auswirkungen von Zöllen auf die globale Spielzeugindustrie. Das Umsatzwachstum des Unternehmens zu Beginn des Jahres 2025 deutet auf eine starke Nachfrage hin. Gleichzeitig zeigen Preisanpassungen und Standortverlagerungen, wie die Branche auf Handelsbarrieren reagiert. Der US-Spielzeugmarkt wächst zwar weiter – doch sowohl Hersteller als auch Verbraucher müssen höhere Kosten tragen.
