Uniper verkauft Kohlekraftwerk Datteln 4 und setzt auf Energiewende und Wasserstoff
Iwona RoggeUniper verkauft Kohlekraftwerk Datteln 4 und setzt auf Energiewende und Wasserstoff
Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper hat den Verkauf seines Kohlekraftwerks Datteln 4 abgeschlossen. Der Deal mit der ResInvest Group a.s. wurde am 22. September 2025 finalisiert. Gleichzeitig baut das Unternehmen seine Aktivitäten in ganz Europa weiter aus und setzt dabei auf eine Mischung aus traditionellen und erneuerbaren Energieträgern.
Uniper ist in drei Hauptgeschäftsbereichen tätig: europäische Stromerzeugung, globaler Rohstoffhandel sowie Stromproduktion in Russland. Zum Portfolio gehören fossile Kraftwerke, Erneuerbare-Energien-Anlagen und Fernwärmenetze in Deutschland, Österreich und Großbritannien. Zudem betreibt das Unternehmen Gasspeicher und Power-to-Gas-Anlagen.
Neben der Stromerzeugung handelt Uniper mit Elektrizität, Erdgas, Flüssigerdgas (LNG) und Kohle und bietet Logistiklösungen an. Zu den Energiedienstleistungen zählen Brennstoffbeschaffung, Ingenieursleistungen und Instandhaltung von Anlagen. Die aktuellen Finanzkennzahlen weisen eine EBITDA-Marge von 1,15 Prozent und eine Cashflow-Marge von 4,64 Prozent aus.
Kürzlich ging Uniper eine Partnerschaft mit ThyssenKrupp ein, um einen großtechnischen Ammoniak-Cracker für die Wasserstoffproduktion zu entwickeln. Die Zusammenarbeit soll die industrielle Nutzung von Wasserstoff vorantreiben. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung weitere Gaskraftwerke ausschreiben will – ohne die Vorgabe einer Wasserstoff-Tauglichkeit.
Der Verkauf von Datteln 4 markiert einen Strategiewechsel bei Uniper. Zwar betreibt das Unternehmen weiterhin Kohlekraftwerke, doch der Fokus liegt zunehmend auf Projekten der Energiewende. Als einer der wichtigsten Akteure auf dem europäischen Energiemarkt setzt Uniper weiterhin auf eine Balance zwischen traditionellen und neuen Technologien. Der Verkauf des Kraftwerks und die Wasserstoff-Kooperation zeigen, wie sich das Geschäftsmodell des Konzerns wandelt. Angesichts sich ändernder politischer Rahmenbedingungen werden künftige Projekte voraussichtlich die verschobenen Prioritäten in der Energiepolitik widerspiegeln.






