02 February 2026, 07:06

Vom Klassik-Onkel zum umstrittenen Putin-Freund: Ein deutscher Kulturbote im Zwielicht

Ein aufgeschlagenes Buch mit dem Titel "Die Lieblingslieder in der Oper" mit Text und Noten.

Vom Klassik-Onkel zum umstrittenen Putin-Freund: Ein deutscher Kulturbote im Zwielicht

Einst eine verehrte Persönlichkeit der deutschen Klassik, sieht sich der Mann, der als "Lieblings-Klassik-Onkel" des Fernsehens galt, heute scharfer Kritik ausgesetzt. Der einst gefeierte Musikvermittler hat in den vergangenen Jahren sowohl Bewunderung als auch Verurteilung auf sich gezogen. Seine Verbindungen zu Russland und eine umstrittene Auszeichnung von Wladimir Putin haben die Debatte weiter angeheizt.

Seine Karriere gründete sich auf Charme und ein herzliches Image. Mit beliebten Musiksendungen gewann er die Zuneigung des Publikums und galt als Deutschlands "Klassik-Onkel". Selbst Leonard Bernstein soll ihn hochgeschätzt haben.

Doch seine jüngsten Entscheidungen haben Widerspruch provoziert. Ein ehemaliger Bewunderer, der einst seine Finca auf Gran Canaria besuchte und auf der Bank saß, auf der er mit "Lenny" plauderte, wirft ihm nun Verrat vor. Der Kritiker deutet den Regen in Hamburg als Symbol für die Trauer um Figuren wie Lenny und Helmut – Sinnbilder verlorener Integrität.

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Auch sein Umgangskreis steht in der Diskussion. Der Autor zweifelt, ob die Gäste seiner opulenten Dinnerpartys echte Freunde sind oder nur Teil eines kalkulierten Netzwerks. Besonders seine russischen Kontakte, vermittelt über Hajo Freys sogenannten "Klassik-Begleitservice", geben Rätsel auf. Frey soll Reisen für Kulturschaffende nach Russland organisieren, doch die genauen Umstände bleiben unklar.

Der endgültige Vertrauensbruch kam mit der Verleihung des Russischen Ordens der Freundschaft durch Putin. Kritiker vergleichen ihn nun mit Falstaff, Shakespeares intriganter, egozentrischer Figur. Der Autor erinnert sich an eine Reise auf der MS Europa, bei der die beiden über Mahlers Fünfte Sinfonie sprachen – ein Moment, der heute weit entfernt von seinem heutigen Ruf wirkt.

Sein Erbe hat sich von Bewunderung zu Kontroverse gewandelt. Die russischen Ehrungen und seine wechselnden Loyalitäten überlagern inzwischen seine musikalischen Verdienste. Übrig bleibt ein zwiespältiges Bild: Ein Mann, der einst für seine Kunst geliebt wurde, steht heute für seine Entscheidungen in der Kritik.