04 March 2026, 00:11

Vom Lifestyle-Star zur umstrittenen Predigerin: Sabeth Friesens radikaler Wandel

Ein Plakat mit einer Frau mit entschlossener Miene, die direkt in die Kamera schaut, mit der Aufschrift "Religion im Krieg gegen Frauen seit ihrer Schöpfung" in fetter, schwarzer Schrift auf einem tiefblauen Hintergrund.

Vom Lifestyle-Star zur umstrittenen Predigerin: Sabeth Friesens radikaler Wandel

Sabeth Vela Millane Friesen, eine der erfolgreichsten TikTok-Influencerinnen Deutschlands, hat seit ihrem Aufstieg im Jahr 2020 einen radikalen Imagewandel durchlebt. Begonnen hatte sie als Creator für Mode und Lifestyle, doch heute sieht sie sich massiver Kritik ausgesetzt – vor allem wegen ihrer offenen Unterstützung fundamentalistischer christlicher Überzeugungen, darunter traditionelle Rollenbilder und ablehnende Haltungen gegenüber LGBTQ+-Personen. Mit über sieben Millionen Followern bleibt ihr Einfluss groß – doch ebenso die Kontroversen, die sie umgeben.

Bekannt wurde Friesen während der COVID-19-Lockdowns, als sie mit charismatischem und alltagsnahem Content eine große Fangemeinde aufbaute. Anfangs drehten sich ihre Inhalte um Beauty und Lifestyle, später bezog sie zunehmend religiöse Themen ein – was einen Teil ihres ursprünglichen Publikums verprellte. 2024 eskalierte die sogenannte 'Friesen-Kontroverse', nachdem geleakte Videos private Predigten zeigten, in denen sie über die biblisch begründete Unterordnung der Frau sprach.

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Besonders brisant wurden ihre Äußerungen in einem christlichen Podcast, in denen sie behauptete, Ehefrauen müssten sich ihren Männern 'unterordnen'. Empörung löste auch ihre Forderung aus, Frauen sollten nicht außerhalb des Hauses arbeiten – eine Position, die sie trotz massiver Kritik verteidigte. In einem Video distanzierte sie sich zwar vorsichtig vom Begriff 'Tradwife' (traditionelle Hausfrau), indem sie ihn in Anführungszeichen setzte, doch viele werteten dies als halbherzigen Versuch, ihr Image aufzupolieren.

Ihre Heirat 2023 mit dem 23-jährigen Christian Al-Masoud schürte die Kritik weiter. Auch ihr Mann geriet wegen umstrittenen religiösen Aussagen in die Schusslinie, etwa als er im selben Podcast behauptete, Kinder müssten mit Jesus leben und ihr Gott sei der einzig wahre. Friesen selbst führt ihre Widerstandsfähigkeit in der Debatte auf ihren christlichen Glauben zurück und deutet sogar ihre frühere Beziehung als Teil ihrer 'geistlichen Reise'.

Trotz der polarisierenden Reaktionen bleibt Friesen eine prägende Figur in der deutschen Social-Media-Landschaft. Ihr Wandel von Lifestyle-Inhalten zur religiösen Fürsprecherin hat sie zur umstrittenen Influencerin gemacht – von konservativen Kreisen bewundert, von anderen als extremistisch gebrandmarkt. Die anhaltenden Diskussionen um sie spiegeln die wachsenden Spannungen zwischen glaubensbasierten Influencern und gesellschaftlichen Werten wider.