14 April 2026, 16:34

Von der Flucht zur neuen Heimat: Wie ein Eritreer in Bergisch Gladbach Fuß fasste

Plakattext lautet "Flüchtlinge können Gebührenbefreiungen für über 1.000 Coursera-Kurse erhalten und nehmen an geführten Diskussionen mit lokalen Studenten teil" mit mehreren Personen, einige halten Taschen, was darauf hindeutet, dass sie Flüchtlinge sind.

Von der Flucht zur neuen Heimat: Wie ein Eritreer in Bergisch Gladbach Fuß fasste

Eine Ausstellung in Bergisch Gladbach erzählt die Geschichten von Geflüchteten, die sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut haben. Zu ihnen gehört Habte Abrahle, der aus Eritrea floh und heute als Greenkeeper auf einem örtlichen Golfplatz arbeitet. Seine Reise – von der Überquerung der Sahara bis zum Finden von Stabilität – ist Teil der neuen Ausstellung "Angekommen".

Habte Abrahle kam 2015 nach Deutschland, eines von über 1.000 Geflüchteten, die in diesem Jahr in Bergisch Gladbach eine neue Heimat fanden. Seine Flucht aus Eritrea war entbehrungsreich: Er durchquerte die Sahara in einem überfüllten Lastwagen, fast ohne Nahrung oder Wasser. In Deutschland verbrachte er zunächst acht Monate in einem Zelt, dann weitere vier in einem Frachtcontainer.

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In Schildgen half ihm die lokale Initiative "Welcome to Schildgen" beim Neuanfang. Rund 100 Ehrenamtliche unterstützten Geflüchtete wie Habte mit Sprachkursen und Wohnraum. Über das Programm besuchte er Deutschkurse und erwarb das B1-Zertifikat. Ein Freiwilliger vermietete ihm sogar vier Jahre lang ein Zimmer – ein stabiler Rückzugsort in unsicherer Zeit.

Anfangs erlebte Habte Rassismus, ließ sich davon aber nicht entmutigen. Mit der Zeit ließen die Herausforderungen nach. Er absolvierte Praktika als Bäcker und später als Greenkeeper. Heute arbeitet er fest auf einem Golfplatz. Nach sechs Jahren Trennung konnte seine Frau zu ihm nach Deutschland nachziehen, und das Paar hat mittlerweile drei Kinder.

Seine Geschichte ist Teil von "Angekommen", einer Ausstellung im "Himmel un Ääd" bis zum 6. Dezember. Die Porträts zeigen die Widerstandsfähigkeit von Geflüchteten, die in der Gemeinde Fuß gefasst haben. Habtes Weg – von der lebensgefährlichen Wüstenüberquerung bis zum sicheren Job und Familienleben – verdeutlicht, wie Unterstützung Netzwerke Leben verändern können. Die Ausstellung gibt Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, diese Schicksale hautnah mitzuerleben. Seine Erfahrungen spiegeln sowohl die Kämpfe als auch die Erfolge derer wider, die in Bergisch Gladbach eine neue Heimat gefunden haben.

Quelle