Wegners Tennis-Spiel während des Berliner Stromausfalls entfacht Rücktrittsforderungen
Jacqueline RöhrdanzKann ein Bürgermeister während einer Krise Tennis spielen? Aber ja! - Wegners Tennis-Spiel während des Berliner Stromausfalls entfacht Rücktrittsforderungen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät nach Tennis-Spiel während großflächigem Stromausfall in die Kritik
Kai Wegner, Berlins Regierender Bürgermeister, steht nach einem Tennis-Spiel während eines massiven Stromausfalls am vergangenen Wochenende heftig in der Schusslinie. Der Blackout hatte rund 100.000 Haushalte ohne Strom zurückgelassen und eine politische Debatte über sein Verhalten ausgelöst. Zwar konnte die Krise früher als geplant behoben werden, doch nutzen Gegner die kurze Auszeit des Bürgermeisters, um seinen Rücktritt zu fordern.
Der Stromausfall begann am Samstagmorgen und betraf mehrere Stadtteile. Wegner räumte später ein, am Nachmittag desselben Tages – fünf Stunden nach dem Ausfall – eine Stunde lang Tennis gespielt zu haben. Er argumentierte, die Koordination der Maßnahmen per Telefon sei effizienter gewesen als ein persönliches Erscheinen vor Ort, und betonte, die Pause habe ihm geholfen, konzentriert zu bleiben.
Kritiker aus den Reihen der AfD, der BSW und der FDP warfen ihm Pflichtvernachlässigung vor und verlangten seinen sofortigen Rücktritt. In Wegners öffentlicher Schilderung des Tages fehlten sowohl das Tennis-Match als auch eine Mittagspause – stattdessen behauptete er, den gesamten Samstag in seinem Homeoffice mit der Krisenbewältigung verbracht zu haben. Die Notfallsysteme funktionierten einwandfrei, und besonders schutzbedürftige Gruppen erhielten zügig Unterstützung. Die Stromversorgung wurde sogar einen ganzen Tag früher als erwartet wiederhergestellt. Trotz der schnellen Lösung der technischen Probleme verlagerte sich die Diskussion jedoch weg von den Ursachen des Blackouts.
Fachleute betonen, dass das Berliner Stromnetz nicht anfälliger sei als in anderen deutschen Regionen. Stattdessen dreht sich die Kontroverse nun um Wegners persönliches Verhalten, wobei politische Konkurrenten den Vorfall nutzen, um seine Führungskompetenz infrage zu stellen.
Verletzte gab es durch den Stromausfall keine, und die Krisenreaktion der Stadt wurde als effektiv bewertet. Dennoch hält die politische Nachwehen an, wobei die Opposition Wegners Handeln und nicht die Infrastrukturprobleme in den Fokus rückt. Die Art und Weise, wie der Bürgermeister die Krise managed hat, bleibt weiter umstritten – auch wenn die technische Wiederaufnahme reibungslos verläuft.
