Weißstörche erobern Europa zurück – dank milder Winter und neuer Lebensräume

Jacqueline Röhrdanz
Jacqueline Röhrdanz
2 Min.
Ein detailliertes Gemälde von zwei Störchen, die auf einem Nest aus Zweigen und Gras stehen, mit langen Hälsen und Schnäbeln, vor einem weißen Hintergrund.Jacqueline Röhrdanz

Angepasster Storch - Die Neue Welt der Weißen Storken - Weißstörche erobern Europa zurück – dank milder Winter und neuer Lebensräume

Schulen gedeihen in Teilen Europas – dank milderer Winter und veränderter Zuggewohnheiten

In einigen Regionen Europas erleben Schulen, begünstigt durch mildere Winter und verändertes Zugverhalten, einen Aufschwung. Die Vögel, die in Gebieten wie Nordrhein-Westfalen einst selten waren, verzeichnen seit Jahren Rekordzahlen. Zwar haben Klimaveränderungen und ein größeres Nahrungsangebot zu ihrer Erholung beigetragen, doch neue Bedrohungen wie die Vogelgrippe und extreme Sommertrockenheit könnten diese Fortschritte zunichtemachen.

Der Westliche Weißstorch hat in den letzten Jahrzehnten seine Zugrouten dramatisch verändert. Statt wie früher in das südliche Afrika zu fliegen, überwintern heute Tausende der Vögel in Südeuropa – vor allem in Spanien, Portugal und zunehmend auch in Frankreich und Italien. Allein auf der Iberischen Halbinsel verbrachten 2020 über 10.000 Störche den Winter, während es in den 1980er-Jahren dort kaum welche gab. Mildere Winter, Nahrungsquellen in urbanen Gebieten und der Schutz von Feuchtgebieten haben diesen Wandel ermöglicht.

Diese Veränderungen führen dazu, dass die Störche früher aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Zudem entscheiden sich immer mehr für die kürzere und sicherere westliche Zugroute. Ihr Speiseplan hat sich erweitert: Neben Fröschen fressen sie nun auch Regenwürmer, Engerlinge und sogar Feldmäuse – eine Anpassung, die ihnen in neuen Lebensräumen zugutekommt.

In Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich der Storchenbestand erholt 1991 gab es entlang der Weser nur noch drei brütende Paare. Bis 2025 stieg ihre Zahl in NRW auf 1.027 Brutpaare mit 1.540 flügge gewordenen Jungvögeln – ein historischer Höchststand. Besonders im Kreis Minden-Lübbecke, vor allem in Petershagen, brüten mittlerweile 190 Paare, ein Zeichen für die erfolgreiche Wiederansiedlung.

Doch bleiben Herausforderungen: Die Vogelgrippe hat in Spanien bereits Störche getroffen, doch das volle Ausmaß der Auswirkungen wird sich erst zeigen, wenn die Vögel zu ihren Nistplätzen zurückkehren. Gleichzeitig gefährden anhaltende Sommertrockenheiten die Nahrungsgrundlage und könnten die bisherigen Erfolge zunichtemachen.

Die Erholung des Weißstorchs in Europa zeigt, wie sich Wildtiere an veränderte Bedingungen anpassen können. Rekord-Brutzahlen in NRW und veränderte Zugrouten belegen ihre Widerstandsfähigkeit. Dennoch könnten Krankheiten und Klimextreme die weitere Entwicklung in den kommenden Jahren gefährden.

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