Wenn Tiere auf Reisen gehen: Von Hunden in der S-Bahn bis zu fliegenden Bartgeiern
Iwona RoggeTierwelt 2025 - Vom Karpfenalarm bis zum verschluckten Ehering - Wenn Tiere auf Reisen gehen: Von Hunden in der S-Bahn bis zu fliegenden Bartgeiern
Eine Reihe ungewöhnlicher Vorfälle mit Tieren in ganz Deutschland hat öffentliche Debatten ausgelöst und rechtliche Schritte nach sich gezogen. Von einem riesigen Wels, der Badende angriff, bis hin zu einem Hund, der allein mit der Bahn auf Reisen ging – diese Ereignisse rücken die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Tier sowie Fragen des Tierschutzes in den Fokus.
In einem Fall töteten Behörden einen zwei Meter langen Wels, nachdem dieser im Brombachsee in Mittelfranken Schwimmer verletzt hatte. Mehrere Menschen wurden verletzt, bevor Polizei, ein Angelsportverein und Wasserrettungskräfte beschlossen, den Fisch zu töten. Sie begründeten dies mit einer akuten Gefahr für die Sicherheit, doch Tierschützer erstatteten später Strafanzeige mit der Begründung, die Tötung verstoße gegen Artenschutzbestimmungen. Experten vermuten, dass der Wels aufgrund des niedrigen Wasserstands möglicherweise ein beschützender Vater war.
Im Nürnberger Tiergarten sorgte die Tötung von zwölf gesunden Pavianen für Empörung. Die Verantwortlichen verwiesen auf Platzmangel im Gehege, doch die Entscheidung löste Proteste von Tierrechtsgruppen aus. Unterdessen verschluckte ein Nandu im Tierpark Landshut am Neujahrstag den Handschuh eines Kindes und musste tierärztlich versorgt werden. Abseits der Zoos machte die vierjährige Hündin Bella aus Oberbayern Schlagzeilen, nachdem sie aus ihrem Garten ausbrach und selbstständig in eine S-Bahn stieg. Die Polizei brachte sie schließlich mit einem Streifenwagen zurück nach Hause.
Ein weiterer ungewöhnlicher Ausflug: Der Bartgeier Vincent flog 1.600 Kilometer vom Nationalpark Berchtesgaden bis zur Nordsee, bevor er eingefangen und wieder aufgepäppelt wurde. Andere skurrile Vorfälle umfassten den Münchner Hund Urax, der Post vom Beitragsservice erhielt – seine Besitzerin, Marina Weisband, hatte ihn als Kontoinhaber eingetragen, um Gebühren zu umgehen. Und in Simbach am Inn entdeckte ein Metzger den verlorenen Ehering des Bauern Johannes Brandhuber im Magen seiner Kuh Herzal – nach der Schlachtung.
Die Vorfälle verdeutlichen die anhaltenden Spannungen zwischen Tierschutz und öffentlicher Sicherheit. Die Strafanzeigen wegen der Wels-Tötung und die Proteste gegen die Pavian-Keulung zeigen, dass solche Entscheidungen zunehmend kritisch hinterfragt werden. Gleichzeitig faszinieren die ungewöhnlichen Reisen von Haustieren und Wildtieren weiter die Öffentlichkeit im ganzen Land.
