09 February 2026, 05:11

Wesel tanzt gegen Gewalt: One Billion Rising macht Frauenrechte sichtbar

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Washington, D.C., mit Schildern und Bannern, während einige Fahrräder fahren, unter einem klaren blauen Himmel.

Wesel tanzt gegen Gewalt: One Billion Rising macht Frauenrechte sichtbar

Wesel schließt sich der globalen Kampagne One Billion Rising an, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen. Die Initiative, angeführt von Bürgermeister Rainer Benien und der Gleichstellungsbeauftragten Regina Schmitz-Lenneps, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland einen Anstieg solcher Straftaten verzeichnet. Allein im Jahr 2024 waren 73 Prozent der Gewaltopfer im Land Frauen – ein alarmierender Beleg für die anhaltende Dringlichkeit des Themas.

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Die Kampagne One Billion Rising, 2013 von der US-amerikanischen Aktivistin Eve Ensler ins Leben gerufen, hat sich längst zu einer weltweiten Bewegung entwickelt. Ihr Motto für 2026, #WomenOnFire – Ni Una Menos, knüpft an den breiten feministischen Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt an, insbesondere gegen Femizide. Seit dem Start vor über einem Jahrzehnt beteiligen sich in Deutschland jährlich über 100 Städte – mit prägenden Aktionen wie dem Flashmob 2013 am Brandenburger Tor in Berlin oder wiederkehrenden Kundgebungen auf dem Kölner Domplatz.

In Wesel umfasst die Teilnahme unter anderem einen Tanzprotest, der zur jährlichen Tradition der Kampagne gehört. Die Organisator:innen rufen zudem Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind, dazu auf, sich an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (116 016) zu wenden. Dieser Appell erfolgt vor dem Hintergrund der aktuellen Kriminalstatistik: 2024 registrierte die Polizei 265.942 Opfer – ein Anstieg um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ni Una Menos, ein zentraler Partner der Kampagne, setzt sich mit aktivistischen Mitteln für ein Ende von Femiziden und struktureller Gewalt ein. Die Zusammenarbeit mit One Billion Rising unterstreicht die Botschaft, dass solche Übergriffe weltweit eine anhaltende Menschenrechtsverletzung darstellen.

Die Aktion in Wesel reiht sich ein in ein Jahrzehnt wachsender Beteiligung in ganz Deutschland. Angesichts steigender Gewaltzahlen setzen sich lokale und nationale Initiativen weiterhin für Aufklärung und Unterstützung ein. Das Hilfetelefon und öffentliche Proteste sollen sowohl akute Hilfe leisten als auch langfristige Veränderungen für Betroffene bewirken.