15 April 2026, 06:47

Wie Essens "Häuserkönige" im 19. Jahrhundert die Wohnungsnot verschärften

Schwarz-weißes Architekturzeichnung eines 18. Jahrhundert-Gebäudegrundrisses mit zahlreichen Fenstern, annotiert mit handgeschriebener Text auf altem Papier.

Wie Essens "Häuserkönige" im 19. Jahrhundert die Wohnungsnot verschärften

Öffentlicher Vortrag: Essens Wohnungsnot im 19. Jahrhundert – wie "Häuserkönige" die Stadt prägten

Am 5. Februar 2026 findet in Essen ein kostenloser öffentlicher Vortrag über die Wohnungsmisere der Stadt im 19. Jahrhundert statt. Der Historiker Robert Welzel beleuchtet darin die mächtigen Immobilienspekulanten, die als Häuserkönige – oder "Wohnungsbarone" – bekannt wurden und das Wachstum Essens maßgeblich beeinflussten. Ihr Wirken hinterließ Spuren in der Architektur und prägte das Leben der Arbeiterklasse nachhaltig.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Volkshochschule Essen (VHS Essen). Welzel, Vorstandsmitglied des Historischen Vereins für Stadt und Stift Essen, forscht schwerpunktmäßig zu Stadt- und Architekturgeschichte. In seinem Vortrag stehen Persönlichkeiten wie Hermann Elting, Johann Piekenbrock senior, Wilhelm Husmann, Theodor Fröchte und Jakob Pegels im Mittelpunkt – Unternehmer, deren gewinnorientierte Projekte das Gesicht der Stadt veränderten.

Die Bautätigkeit dieser Investoren war rasant, doch oft auf Kosten elementarer Hygiene- und Sicherheitsstandards. Die damals laschen Bauvorschriften verschärften die Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien zusätzlich. Welzel zeigt auf, wie ihr Profitstreben zu Überbelegung, katastrophalen sanitären Verhältnissen und langfristigen sozialen Problemen führte.

Die Wohnungsnot in Essen im 19. Jahrhundert spiegelt dabei größere Herausforderungen der deutschen Industrialisierung wider. Der Boom durch Kohle und Stahl schuf einen dringenden Bedarf an Arbeiterwohnraum. Wenzelts Recherchen machen deutlich, wie diese frühen Entscheidungen bis heute das städtische Leben prägen.

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Der Vortrag bietet die Gelegenheit, Essens architektonische Vergangenheit und ihre Auswirkungen auf die Bewohnerinnen und Bewohner besser zu verstehen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Im Anschluss wird diskutiert, wie die Politik des 19. Jahrhunderts die heutige Wohnraumsituation der Stadt mitgeformt hat. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Quelle