Wie "Germany's Next Topmodel" von Modelcasting zur Influencer-Akademie wurde
Rolf-Peter ScheelWie "Germany's Next Topmodel" von Modelcasting zur Influencer-Akademie wurde
„Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) ist längst mehr als nur ein Modelwettbewerb – die Show hat sich in 21 Staffeln zu einer Sprungbrett für Karrieren in Mode, Wirtschaft und Medien entwickelt. Gleichzeitig entfacht sie immer wieder Debatten über Schönheitsideale und Vielfalt.
Mit Moderatorin Heidi Klum, die einst selbst von der deutschen Branche als „zu dick“ abgelehnt wurde, bevor sie eine globale Marke aufbaute, gab die Sendung jungen Frauen zunächst die Chance, im Modelbusiness Fuß zu fassen. Ehemalige Kandidatinnen wie Stefanie Giesinger und Lena Gercke führen heute eigene Unternehmen, sind in internationalen Kampagnen zu sehen oder zierten sogar das Cover von Forbes. Rebecca Mir, eine weitere Ex-Teilnehmerin, moderiert mittlerweile die TV-Sendung taff.
In dieser Staffel hat sich der Wettbewerb neu erfunden: GNTM fungiert inzwischen als eine Art Influencer-Akademie, in der Marken wie eBay und McDonald’s Kooperationen anbieten. Die Kandidatinnen entsprechen längst keinem einheitlichen Schönheitsideal mehr – manche haben einen Bierbauch, andere leiden unter Haarausfall oder Hörbehinderungen. Die legendäre „Makeover-Folge“, in der die Models radikale Frisurveränderungen durchlaufen, bleibt zwar erhalten. Doch der Fokus liegt heute darauf, Frauen, queeren Menschen und trans Personen Reisen, Verdienstmöglichkeiten und langfristige Karrierechancen zu eröffnen.
Das Finale findet in Hollywood statt, wo zwei Gewinnerinnen jeweils 100.000 Euro und ein Harper’s Bazaar-Cover-Shooting erhalten. Trotz des Erfolgs steht GNTM weiterhin in der Kritik, unrealistische Schönheitsvorstellungen zu vermitteln und junge Menschen unter Druck zu setzen, sich schlanken, makellosen Idealen anzupassen.
GNTM prägt weiterhin die Laufbahnen seiner Teilnehmerinnen – und das bei anhaltenden Diskussionen über Repräsentation und Branchenstandards. Mit einer Mischung aus hochkarätigen Preisen, Markenkooperationen und einem diverseren Cast bleibt die Show eine feste Größe der deutschen Popkultur. Neue Folgen laufen jeden Donnerstag.






