Wie läuft der Haushalt, was muss sich verbessern? Die Stadt Mönchengladbach im Fokus von gpaNRW
Rolf-Peter ScheelWie läuft der Haushalt, was muss sich verbessern? Die Stadt Mönchengladbach im Fokus von gpaNRW
Wie steht es um den Haushalt, was muss besser werden?Mönchengladbach im Prüflicht der gpaNRW
Im Rahmen der regelmäßigen Kommunalprüfungen in Nordrhein-Westfalen durch die Gemeinschaftsprüfungsanstalt NRW (gpaNRW) wurden die Prüfergebnisse und die analysierte Haushaltslage dem Stadtrat von Mönchengladbach vorgestellt.
20. Dezember 2025, 10:23 Uhr
Eine aktuelle Prüfung der gpaNRW hat sowohl Stärken als auch Herausforderungen im finanziellen und operativen Management Mönchengladbachs zwischen 2019 und 2023 aufgezeigt. Zwar erzielte die Stadt in mehreren Bereichen positive Jahresergebnisse und solide Bilanzen, doch bleiben erhebliche finanzielle und strukturelle Defizite bestehen. Bürgermeister Felix Heinrichs wird die Ergebnisse nun sichten, bevor sie in der nächsten Ratssitzung thematisiert werden.
Laut Prüfbericht wies Mönchengladbach in den vergangenen fünf Jahren durchgehend positive Jahresabschlüsse auf. Allerdings gelang es der Stadt nicht, rund 70 Prozent der vortragsfähigen Investitionsmittel aus dem Haushalt umzusetzen. Steigende Zinsen, wachsende Personalkosten und eine stagnierende Wirtschaftslage werden die Haushalte künftig zusätzlich belasten.
Die Finanzprognosen warnen vor deutlichen Fehlbeträgen in den kommenden Jahren. Die Gesamtverschuldung sowie die voraussichtliche Ausschöpfung der Ausgleichsrücklagen bis 2028 verschärfen den Druck. Um bis 2045 klimaneutral zu werden, müsste die Stadt ihre finanziellen Verpflichtungen dauerhaft mehr als verdoppeln.
Im operativen Bereich attestiert die Prüfung Mönchengladbach eine solide IT-Steuerung, kritisiert jedoch fehlende Kontrolldaten und Richtlinien in einigen Bereichen. Zwar sind Nachhaltigkeitsziele und Leistungsindikatoren im Haushalt verankert, eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie fehlt jedoch. Auch der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) verfügt weder über klar definierte strategische Ziele noch über ergänzende Performance-Kennzahlen.
Als Reaktion schlägt Dr. Oliver Paetzel, Kämmerer der Stadt, strengere Ausgabenkontrollen und die Verschiebung nicht dringender Investitionsvorhaben vor. Zudem regt er an, Gebühren zu erhöhen, zusätzliche Landesmittel zu beantragen und die Effizienz zu steigern, um die Finanzen zu stabilisieren.
Bürgermeister Felix Heinrichs wird die Empfehlungen der Prüfung nun detailliert auswerten. Die Ergebnisse und geplanten Maßnahmen sollen in der nächsten Ratssitzung beraten werden. Ohne Gegensteuer drohen der Stadt langfristig finanzielle Engpässe und operative Lücken.
