Willich gedenkt der Opfer der Reichspogromnacht mit bewegender Zeremonie
Jacqueline RöhrdanzWillich gedenkt der Opfer der Reichspogromnacht mit bewegender Zeremonie
In Willich fand eine feierliche Gedenkveranstaltung zum 85. Jahrestag der Reichspogromnacht statt. Die Veranstaltung ehrte die Opfer der Pogrome von 1938, bei denen in ganz Deutschland Hunderte von Synagogen und jüdische Geschäfte angegriffen wurden. Rednerinnen, Redner und Schülerinnen kamen zusammen, um sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Haltung der Stadt gegen Hass und Ausgrenzung zu bekräftigen.
Die Zeremonie begann mit einer Kranzniederlegung am örtlichen Mahnmal. Schüler der Willicher Robert-Schuman-Europaschule verlasen anschließend die Namen der Opfer, um ihr Andenken wachzuhalten. Musikalische Darbietungen rundeten die nachdenkliche Atmosphäre ab.
Erster Bürgermeister Guido Görtz richtete sich in einer Rede an die Anwesenden und verurteilte Antisemitismus sowie jeden Versuch, die Gewalt der Reichspogromnacht zu verharmlosen. Er betonte, wie wichtig es sei, diese Erinnerungen lebendig zu halten und gleichzeitig Toleranz, Demokratie und Menschlichkeit zu fördern. Beiträge steuerten auch Franciska Lennartz, Dr. Leah Floh und Bernd-Dieter Röhrscheid bei, die jeweils unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerung und Verantwortung einbrachten.
Die Veranstaltung endete mit einem Appell, sich auch heute entschlossen gegen Ausgrenzung und Hass zu stellen.
Die Gedenkfeier war zugleich eine Hommage an die Betroffenen der Reichspogromnacht und eine Mahnung, die anhaltende Verantwortung nicht zu vergessen. Görtz dankte allen Beteiligten für ihr Engagement bei der Gestaltung der Erinnerungskultur. Durch Reden, Musik und gemeinsames Reflektieren unterstrich die Stadt erneut ihr Bekenntnis zum Kampf gegen Antisemitismus und zur Verteidigung demokratischer Werte.
