Willich schließt Kitas wegen sinkender Geburten und leerer Plätze bis 2029
Rolf-Peter ScheelWillich schließt Kitas wegen sinkender Geburten und leerer Plätze bis 2029
Willich passt seine Kinderbetreuungsangebote an die sinkende Nachfrage und rückläufige Geburtenzahlen an. Bis 2029 rechnet die Stadt mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen, wobei in den nördlichen Stadtteilen bereits 354 Plätze ungenutzt sind. Im Rahmen des Umstrukturierungsplans werden mehrere Einrichtungen geschlossen oder verlegt.
In den nördlichen Bereichen Willichs – Anrath, Neersen und Schiefbahn – ist die Zahl der Geburten seit 2020 um 30 Prozent zurückgegangen. Mit nur 1,14 Kindern pro Frau im Vergleich zum Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen von 1,44 ist die Zahl der Kleinkinder seit 2018 um 26 Prozent gesunken. Neue Wohnprojekte konnten nicht genug Familien anziehen, um die Lücke zu schließen, sodass 354 Kita-Plätze leer stehen.
Bis zum 31. Juli 2026 wird das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK geschlossen. Die AWO-Kita Blaues Haus in Schiefbahn erhält bis zum 31. Juli 2027 verlängerte Fördergelder, doch ihre Zukunft bleibt ungewiss. Vor diesem Termin sollen Gespräche über eine mögliche Schließung geführt werden.
Die Kita St. Irmgardis wird am Ende des Kita-Jahres 2026/2027 geschlossen; das Gelände soll für die Villa Kunterbunt umgenutzt werden. Die neue Einrichtung wird ihr Angebot erweitern, darunter Mittagsverpflegung und Ganztagsbetreuung. Gleichzeitig zieht die Kita Alperhof in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um, während das bisherige Gebäude abgerissen wird. Die Stadt bestätigt, dass der neue Standort die gesetzlichen Anforderungen an die Verkehrsanbindung für Busse und Autos erfüllt.
Trotz früherer Probleme mit Personalmangel und Kapazitätsengpässen verzichtet Willich auf den Bau zweier geplanter städtischer Kitas. Die nachlassende Nachfrage und Haushaltszwänge machen die Projekte undurchführbar. Eltern aus den nördlichen Stadtteilen kritisieren das fehlende lokale Angebot und argumentieren, dass dies junge Familien davon abhalte, in der Region zu bleiben.
Die Änderungen zielen darauf ab, das Kita-Angebot an den aktuellen Bedarf anzupassen und den Überschuss bis 2029 zu verringern. Einrichtungen wie die Villa Kunterbunt werden ausgebaut, während andere geschlossen oder verlegt werden. Die Stadt konzentriert sich darauf, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen und gleichzeitig finanzielle sowie logistische Herausforderungen zu bewältigen.