Wuppertal Hauptbahnhof monatelang dicht – Ersatzbusse verlängern Fahrten drastisch
Iwona RoggeWuppertal Hauptbahnhof monatelang dicht – Ersatzbusse verlängern Fahrten drastisch
Wuppertal Hauptbahnhof wird für Monate gesperrt – Bahnreisende müssen auf Ersatzbusse ausweichen
Im Rahmen eines groß angelegten Sanierungsprojekts wird der Wuppertaler Hauptbahnhof für mehrere Monate komplett geschlossen. Die Deutsche Bahn hat bereits mit den Vorbereitungen begonnen, darunter das Abdecken von Fahrkartenautomaten und Werbetafeln mit Schutzplatten. Während der Sperrung müssen Fahrgäste auf Ersatzbusse umsteigen – die Fahrt nach Köln dauert künftig mehr als dreimal so lange wie bisher.
Die Generalsanierung folgt dem neuen Ansatz der Deutschen Bahn bei Großprojekten, der erstmals an der Riedbahn erprobt wurde. Dort stiegen nach der für 1,5 Milliarden Euro – mehr als das Dreifache der ursprünglich veranschlagten 500 Millionen – durchgeführten Modernisierung die Pünktlichkeitswerte im Regionalverkehr von 59 auf 81 Prozent. Dennoch kämpft die Strecke weiterhin mit wiederkehrenden Störungen an Weichen und Gleisübergängen.
In Wuppertal umfassen die Arbeiten unter anderem die Erneuerung der Bahnsteigüberdachungen und weitere strukturelle Aufwertungen. Anders als bei einigen jüngeren Projekten wird die Strecke Köln–Hagen diesmal jedoch weder mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS noch mit modernisierten Stellwerken ausgerüstet. Diese Entscheidung bedeutet, dass weitere Sperrungen in der Zukunft unvermeidbar sein werden.
Fahrgäste, die von den Einschränkungen betroffen sind, werden ab Samstag von lila Hinweisschildern zu den Schienenersatzbussen geleitet. Die Deutsche Bahn hat versucht, den Service zu verbessern, etwa durch kostenloses WLAN an Bord und digitale Fahrgastinformationen. Dennoch verlängert sich die bisher 34-minütige Zugfahrt nach Köln auf mindestens 90 Minuten mit dem Bus.
Die Sperrung in Wuppertal ist eines von 40 Vorhaben im Rahmen des Programms "Leistungsnetz Komplettsanierung" der Deutschen Bahn. Keines dieser Projekte wird voraussichtlich bis Ende 2024 abgeschlossen sein; die meisten befinden sich noch in der frühen oder mittleren Bauphase.
Ziel der Sanierung ist die Modernisierung der maroden Infrastruktur in Wuppertal. Da jedoch auf eine vollständige ETCS-Installation verzichtet wird, stehen weitere Baumaßnahmen bevor. Trotz Bemühungen, die Ersatzverkehrsmittel komfortabler zu gestalten, müssen sich Fahrgäste monatelang auf Busse einstellen. Ob das Projekt nachhaltige Verbesserungen bringt oder – ähnlich wie bei der Riedbahn – ungelöste Probleme hinterlässt, wird sich noch zeigen.
