ZDF gesteht KI-Fälschungen im heute-journal – und löst Empörung aus
Iwona Rogge"Skandalöse Fälschung": Scharfe Kritik an der ZDF für den Einsatz von künstlichen Videos - ZDF gesteht KI-Fälschungen im heute-journal – und löst Empörung aus
Der deutsche öffentlich-rechtliche Sender ZDF hat eingeräumt, im Rahmen seines Flaggschiff-Nachrichtenformats heute-journal gefälschte, KI-generierte Videos ausgestrahlt zu haben. Die Sendung enthielt manipulierte Aufnahmen von Abschiebungen in den USA, was bei Politikern und Medienbeobachtern Empörung auslöste. Kritiker bewerten den Vorfall als schweren Verstoß gegen journalistische Standards.
In dem umstrittenen Beitrag wurden KI-erzeugte Clips gezeigt, die angeblich die Abschiebung von Kindern durch den US-Einwanderungs- und Zolldienst ICE unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump darstellen sollten. Ein zweites Video im selben Bericht stellte ebenfalls die Abschiebung eines Kindes falsch dar, war jedoch nicht KI-generiert. Obwohl Moderatorin Dunja Hayali die Zuschauer vor den Gefahren gefälschter Online-Videos warnte, versäumte es das heute-journal, die KI-generierten Inhalte als solche zu kennzeichnen.
ZDF räumte den Fehler später ein und erklärte, die Bilder hätten deutlich als KI-erzeugt gekennzeichnet werden müssen. Diese Stellungnahme erfolgte nach scharfer Kritik aus der Öffentlichkeit. Nathanael Liminski, Mitglied im ZDF-Fernsehrat, verurteilte den Vorfall als "schweren Fehler" und "dreiste Fälschung". Steffen Bilger, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, nannte die Sendung "ziefst beunruhigend" und forderte eine lückenlose Aufklärung.
Seitdem kritisieren Politiker und Medienbeobachter den Sender dafür, das öffentliche Vertrauen untergraben zu haben. Bisher wurden jedoch keine konkreten Maßnahmen von ZDF bekannt, um die Folgen des Vorfalls zu bewältigen oder das Vertrauen der Zuschauer wiederherzustellen.
Der Vorfall hat Forderungen nach mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht gegenüber ZDF laut werden lassen. Die Verwendung nicht gekennzeichneter KI-generierter Aufnahmen in einer Nachrichtensendung stieß auf breite Verurteilung. Bislang wurden keine offiziellen Schritte angekündigt, um künftige Verstöße zu verhindern oder das Vertrauen der Zuschauer zurückzugewinnen.
