Zufit Simons The Fight Club feiert Uraufführung beim Best OFF Festival in Hannover
Jacqueline RöhrdanzZufit Simons The Fight Club feiert Uraufführung beim Best OFF Festival in Hannover
Zufit Simon, eine Choreografin, die für ihren kühnen und kompromisslosen Stil bekannt ist, wird ihr neuestes Werk The Fight Club beim Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover uraufführen. Die Produktion markiert einen weiteren Meilenstein in ihrer jahrzehntelangen Karriere, die den zeitgenössischen Tanz mit roher Intensität und einer Abkehr von traditionellem Erzähltheater geprägt hat.
Simon wurde 1980 in Israel geboren und lebt seit 25 Jahren in Deutschland. Ihr erster Auftritt auf der Bühne erfolgte 2002 in München in Turm zu Babel der Company CobosMika. Im Laufe der Zeit gewann ihr Schaffen Anerkennung für seine scharfe, destillierte Qualität – oft verglichen mit der molekularen Küche, bei der jedes Element lebendig und doch verfeinert bleibt.
Ihre Choreografien verzichten auf romantische Spektakel und emotionale Überladung. Stattdessen setzen sie auf kühle Präzision, die niemals kalt oder distanziert wirkt. Dieser Ansatz hat ihre Karriere geprägt und ihr 2025 im Alter von 45 Jahren den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk eingebracht.
Simons Weg war nicht ohne Hindernisse: 2016 strich das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte. 2024 musste das LOT-Theater in Braunschweig, wo viele ihrer Stücke uraufgeführt wurden, wegen Insolvenz schließen. Trotz dieser Rückschläge unterstützten Institutionen wie die artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig weiterhin ihre Arbeit.
Mit The Fight Club treibt Simon ihren Stil noch weiter voran – hin zu Kampf und maskuliner Attitüde. Das Stück bricht bewusst mit der üblichen Anmut des Tanzes und setzt stattdessen auf rohe körperliche Konfrontation.
Die Uraufführung von Simons neuestem Werk eröffnet das Best OFF Festival am 23. April. Die Premiere krönt Jahre der Innovation und Widerstandsfähigkeit in einer Karriere, die stets Erwartungen herausgefordert hat. Ihr Einfluss auf den zeitgenössischen Tanz bleibt unbestritten – selbst in einer Zeit, in der Spielstätten und Fördergelder um sie herum schwinden.






