18 March 2026, 16:33

Altersarmut droht: Warum Millionen Deutsche trotz Vollzeitjob bangt

Schwarzer Text auf weißem Hintergrund Werbung für eine Pension in Dresden, Deutschland.

Altersarmut droht: Warum Millionen Deutsche trotz Vollzeitjob bangt

Fast die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland steht vor einer düsteren finanziellen Zukunft im Ruhestand. Ein neuer Bericht zeigt, dass 9,2 Millionen Arbeitnehmer – 40 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – weniger als 3.500 Euro monatlich verdienen. Ohne zusätzliche Ersparnisse droht vielen nach dem Berufsausstieg die Altersarmut.

Besonders dramatisch ist die Situation in Ostdeutschland, wo 60 % der Vollzeitkräfte unter 3.500 Euro netto verdienen. In Baden-Württemberg liegt der Anteil dagegen bei nur 33,6 %, in Hamburg sogar bei lediglich 15 %. Die Armutsgrenze liegt zwar bei 1.378 Euro netto im Monat, doch die steigende Inflation hat die Kaufkraft der ohnehin schon Belasteten weiter geschmälert.

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Die gesetzliche Rente ersetzt bei Über-65-Jährigen derzeit nur noch 53 % des Bruttoeinkommens – die Lücke müssen private Rücklagen oder Zuverdienst schließen. Ab 2026 soll die Hinzuverdienstgrenze für Minijobs angehoben werden, um Rentnern mehr Spielraum für Nebeneinkünfte zu geben. Dennoch bleiben Frauen besonders gefährdet: Ihre Rentenansprüche liegen im Schnitt 31,4 % unter denen der Männer.

Rund 4,6 Millionen Beschäftigte – 20 % der Vollzeitkräfte – verdienen weniger als 2.750 Euro monatlich und sind damit akut von Altersarmut bedroht. 2023 lag der durchschnittliche Bruttostundenlohn für Vollzeitbeschäftigte bei über 20 Euro, wobei Männer 27,05 Euro und Frauen 22,81 Euro erhielten. Experten raten, zunächst die gesetzliche Rente voll auszuschöpfen, bevor private Vorsorge in Betracht gezogen wird.

Niedrige Löhne und schrumpfende Rentenansprüche gefährden die Alterssicherung von Millionen Deutschen. Da die gesetzliche Rente kaum noch die Hälfte des früheren Einkommens deckt, werden private Rücklagen und politische Reformen entscheidend sein. Die geplante Anhebung der Minijob-Grenzen könnte etwas Entlastung bringen – doch die Kluft zwischen aktuellen Einkommen und künftigem Bedarf bleibt groß.

Quelle