27 March 2026, 18:34

Bergisch Gladbach droht 2027 die Pleite – 50 Millionen Euro Defizit und Jobverluste erschüttern die Stadt

Plakat mit der Aufschrift "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" und einem Logo, das die Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 fordert.

Bergisch Gladbach droht 2027 die Pleite – 50 Millionen Euro Defizit und Jobverluste erschüttern die Stadt

Bergisch Gladbach steht vor einer schweren Finanzkrise – für den Haushalt 2026 wird ein Defizit von voraussichtlich 50 Millionen Euro erwartet. Die Stadtkämmerin warnt, dass ohne drastische Maßnahmen bis 2027 die Insolvenz droht. Gleichzeitig kämpft die lokale Wirtschaft mit massiven Problemen: Arbeitsplatzverluste und die Gefahr der Deindustrialisierung belasten die Region.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Zwei große Betriebsstilllegungen haben Bergisch Gladbach bereits hart getroffen. Der Dämmstoffhersteller Isover stellte wegen des Gebäudeenergiegesetzes die Produktion ein – 160 Jobs fielen weg. Die Papierfabrik Zanders musste nach einer Nachforderung von sieben Millionen Euro für CO₂-Zertifikate schließen, wodurch 380 Beschäftigte ihre Arbeit verloren. Eine Umfrage von Anfang 2025 zeigte zudem, dass 38 Prozent der Industrieunternehmen im Kreis Entlassungen planten.

Doch die finanziellen Sorgen der Stadt beschränken sich nicht auf den Arbeitsmarkt. Die Hebesätze in Bergisch Gladbach liegen bereits über dem Durchschnitt vergleichbarer Städte in Nordrhein-Westfalen. Dennoch sieht der Haushalt 2026 weitere Steuererhöhungen für die Bürger vor. Auch der städtische Klimaschutz-Etat konnte Überschwemmungen nicht verhindern – seine Wirksamkeit steht infrage.

Als Reaktion hat die AfD-Fraktion einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um die Haushaltskrise ohne Steuererhöhungen zu bewältigen. Dazu gehören Kürzungen bei der Klimaschutzverwaltung und der kommunalen Wärmeplanung, die Reduzierung von City-Marketing-Kosten sowie schlankere Strukturen in Personalwesen und Buchhaltung. Gleichzeitig schlägt die AfD den Ausbau der Kinderbetreuung, bessere Straßeninstandhaltung und die Modernisierung der Geoinformationssysteme vor. Ungewiss bleibt jedoch, wie sich die Gewerbesteuer-Einnahmen entwickeln – was die finanzielle Belastung weiter verschärft.

Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer, warnte bereits im Februar 2026 vor einer rasanten Deindustrialisierung. Zwar steht ein Werksschließung in der Nachbarstadt Eitorf bevor, doch wie viele Arbeitsplätze genau betroffen sein werden, ist noch unklar.

Der Haushalt 2026 spiegelt die zunehmende Finanz- und Industriemisere Bergisch Gladbachs wider. Mit steigenden Steuern, Stellenabbau und einem fast 50-Millionen-Defizit ist die Zukunftsfähigkeit der Stadt gefährdet. Ob die geplanten Sparmaßnahmen und Umstrukturierungen die Finanzen stabilisieren können, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Quelle